TAGUNG: Wie die Brieftaube nach Hause findet

Das Naturmuseum lädt am Samstag wieder zur Herbsttagung. Im Fokus der Fachvorträge sind diesmal tierische Sinne und ihre besonderen Funktionen.

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Es gibt Tiere, die ein Vielfaches besser sehen als Menschen. Und solche, die sich in einer fremden Umgebung ohne Hilfsmittel deutlich besser zurecht finden als wir. Das diesjährige Herbstforum des Naturmuseums widmet sich übermorgen Samstag, 14 bis 17.30 Uhr, der Frage, wie diese besonderen Fähigkeiten und Sinne entstanden sind und wie sie funktionieren. Die Vorträge sind so gestaltet, dass sie auch für Laien verständlich sind, heisst es in der Ankündigung. Es ist das 20. Mal, dass ein solches Forum mit verschiedenen Fachvorträgen im Naturmuseum stattfindet. «Eigentlich wollten wir die Tagung zu tierischen Sinnen bereits im vergangenen Jahr durchführen», sagt Museumsdirektor Toni Bürgin. Die Idee war es, anlässlich einer Sonderausstellung die Sinnleistungen von Fledermäusen genauer unter die Lupe zu nehmen. «Die Eröffnung unseres Museums kam aber dazwischen, und so holen wir den Anlass ­dieses Jahr mit anderen Tieren nach.»
 

Infrarotaugen und ein Seitenliniensystem

In vier Fachvorträgen gehen Experten auf diverse Aspekte der tierischen Sinne ein. So erklärt Matthias Gesemann von der Universität Zürich nach einer kurzen Begrüssung, wie Wirbeltiere zu ihren Augen kamen und was die Sehorgane alles leisten können. Der nächste Programmpunkt ist dem Hai gewidmet. Im zweiten Fachreferat geht der Biologe und Kantonsschullehrer Michael Naef der Frage nach, wie sich der Meeresräuber dank eines ausgeklügelten Seitenliniensystems im Wasser orientiert. Eine ähnliche Fragestellung soll das dritte Referat der diesjährigen Herbsttagung des Naturmuseums klären: Hans-Peter Lipp vom Anatomischen Institut der Universität ­Zürich zeigt auf, wie Brieftauben ihren Weg zum Adressaten einer Nachricht und wieder zurück nach Hause finden.

Zum Schluss sind im Vortrag von Jürg Meier vom Departement für Umweltwissenschaften der Universität Basel wieder die ­Augen Thema. Diesmal aber jene der Schlangen, die über Infrarotsicht verfügen. Im Anschluss an die Referate besteht die Möglichkeit zur Diskussion, dazwischen gibt es längere Pausen. Der Eintritt ist gratis. (ghi)

www.naturmuseumsg.ch