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TAGUNG: Eine Plattform für die Natur

Am Samstag lädt das Naturmuseum St. Gallen zum ersten Mal zu einer regionalen Naturschutztagung. Diese bietet Raum für den Austausch unter Fachleuten und Laien – und Einblicke in die Arbeit der Naturschützer.
Luca Ghiselli
Schüler reissen in Wittenbach Neophyten aus. Die Pflanzen stellen im Naturschutz eine Herausforderung dar und bilden einer der Schwerpunkte der Tagung «Dialog Natur». (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Schüler reissen in Wittenbach Neophyten aus. Die Pflanzen stellen im Naturschutz eine Herausforderung dar und bilden einer der Schwerpunkte der Tagung «Dialog Natur». (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Es ist eine kleine Premiere, die übermorgen Samstag im Naturmuseum gefeiert wird. Erstmals veranstaltet Naturinfo, das regionale Kompetenzzentrum für Artenschutz, dort eine Naturschutztagung. Die Idee dahinter: Fachpersonen und interessierte, engagierte Laien treffen sich im informellen Rahmen, lauschen Input-Referaten und tauschen sich über ihre Tätigkeit aus.

Das ist neu, und somit auch eine Art Testballon. Ursprünglich diente die Herbsttagung des Naturmuseums einem ähnlichen Zweck, sie entwickelte sich mit der Zeit aber immer mehr zur Fachtagung. Mit der Veranstaltung von kommendem Samstag wollen die Verantwortlichen nun diese Lücke aber wieder schliessen – und richten sich explizit auch an Laien.

Das Bedürfnis nach Austausch ist gross

Der Titel der Tagung, «Dialog Natur», soll aber nur bis zu einem gewissen Punkt auch Programm sein, wie Jonas Barandun, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Naturmuseum, sagt. «Wir wollen mit dem Anlass zwar den Dialog fördern. Zum Start wollen wir aber mit Referaten Inputs geben.» Das könne sich für spätere Ausgaben der Naturschutztagung auch wandeln. Dass eine neue Plattform zum Austausch unter den Naturschützern ein Bedürfnis ist, sei in den vergangenen Jahren deutlich geworden, sagt Barandun. So habe es bereits in der Vergangenheit verschiedene Versuche gegeben, ein ähnliches Angebot zu schaffen. Nun soll mit «Dialog Natur» ein neuer Anlauf genommen werden.

Neun Kurzreferate stehen auf dem Programm – von der Naturbeobachtung über Umweltbildung und Biodiversität bis hin zu Amphibien in der Kiesgrube bei Kirchberg (siehe Infobox). «Wir wollen so vermitteln, wie im Naturschutz in der Region gearbeitet wird», sagt Barandun. Dabei wolle man das breite Spektrum an Tätigkeitsfeldern des Naturschutzes auch in den Referaten abbilden. Gerade invasive Pflanzen, sogenannte Neophyten, sind seit Jahren in der Region ein Dauerthema. Deren Bekämpfung ist denn auch einer der thematischen Schwerpunkte der Tagung. So referiert Franziska Perl vom kantonalen Amt für Natur, Jagd und Fischerei über die neue kantonale Neophytenstrategie. Antonia Zurbuchen von Pro Natura St. Gallen-Appenzell gewährt Einblicke in das Pflegekonzept von Neophyten im Kaltbrunnerriet. Und Alfred Brülisauer berichtet über den Schutz prioritärer Pflanzenvorkommen im Kanton St. Gallen.

Der regionale Bezug der Tagung beschränkt sich auf die Kantone St. Gallen und beide Appenzell. «Das liegt daran, dass die Organisation des Naturschutzes beispielsweise im Thurgau bereits wieder anders ist», sagt Jonas Barandun.

Dass sich ausgerechnet das Naturmuseum für eine Veranstaltung wie «Dialog Natur» engagiert, kommt nicht von ungefähr. «Das Museum hat seit 2007 Leistungsaufträge der Kantone St. Gallen und beider Appenzell im Arten- und Naturschutz.» Zu diesem Zweck habe man damals auch das Kompetenzzentrum Naturinfo ins Leben gerufen, das nun wiederum als Veranstalterin der Tagung fungiert.

Umwelt-DNA und Amphibien

Neue Labormethoden haben in den letzten Jahren die genetische Analyse bei Pflanzen und Tieren revolutioniert. Ein Programmpunkt der regionalen Naturschutztagung kommenden Samstag ist genau dieser Entwicklung sowie deren Vorteilen und Möglichkeiten gewidmet. Fachmann Martin Gassner referiert dabei über die Gewinnung und Analyse von sogenannter eDNA, also Umwelt-DNA und erläutert, wie diese Methode den Nachweis von Amphibien in Gewässern ermöglicht. Dabei werden an mehreren Stellen Wasserproben entnommen und anschliessend im Labor auf DNA-Spuren untersucht. Das Resultat der Analyse ist eine Liste aller in der jeweiligen Gewässerprobe nachgewiesener Amphibien mit der Anzahl Gen-Sequenzen pro Art.

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