Tage der kleinen Freuden

Nachbetrachtung

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Feiertagsgenuss am westlichen Rorschacher Seeufer. (Bild: Fritz Bichsel)

Feiertagsgenuss am westlichen Rorschacher Seeufer. (Bild: Fritz Bichsel)

In Kolonnen in den Süden oder über die Grenze zum Shopping? Das machen nur Minderheiten. Der Grossteil der Einwohner bleibt über die Ostertage in der Seeregion und geniesst hier kleine Freuden. Am Samstag herrscht bei Grossverteilern etwa Betrieb wie an gewöhnlichen Wochenenden und bei Fachgeschäften etwas weniger. Am kühlen Nachmittag zieht es Leute ans Seeufer, obwohl gleich wieder Regen droht. Auf dem Wasser zeigt sich Flaute. Bootsfahrern ist er zu kühl, oder sie haben noch nicht eingewassert. Immerhin legt das Rorschacher Schiff Rhyn-egg ab – mit Hochzeitsgästen.

Am Sonntag sind Kirchen gut besetzt, wenn auch nicht so dicht wie an Weihnachten. Der Brauch, über Ostern weiter wegwohnende Verwandte zu besuchen, wird weniger gepflegt. Reisende mit Gepäck und Autos von ausserhalb der Ostschweiz, gibt’s noch vereinzelt. Beliebt bleiben Besuche in Spital und Heimen sowie ein Festmahl mit Familie oder Freunden. Speiserestaurants haben Hochbetrieb. Anschliessend machen Wetterfeste am Sonntagnachmittag trotz stürmisch-kalten Windes einen Spaziergang über den Hausberg, den Rossbüchel. Sobald sich die Sonne zeigt wie gestern Ostermontag, strömen Scharen an den See – als bevorzugtes Ziel – und den Höhen zu. Der Spaziergang bleibt die beliebteste Feiertagsaktivität, bei allen Generationen und mehreren hier vertretenen Nationen. So wird uns von Ostern 2018 besonders der föhnig-warme Karfreitag mit Grossaufmarsch am See in Erinnerung bleiben. (fbi.)