Syna-Sektion Bodensee ist für Mindestlöhne

RORSCHACH. Die Mitglieder der Syna-Sektion Bodensee trafen sich im Saal Blumenau des Zentrums St. Kolumban zur 108. Generalversammlung. Die statutarischen Geschäfte konnten problemlos erledigt werden.

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RORSCHACH. Die Mitglieder der Syna-Sektion Bodensee trafen sich im Saal Blumenau des Zentrums St. Kolumban zur 108. Generalversammlung. Die statutarischen Geschäfte konnten problemlos erledigt werden. Für langjährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Marcel Dierauer und Pius Huber für 25 Jahre Mitgliedschaft, Richard Scheiwiller und Kurt Baumgartner für 40 Jahre. Walter Schuler und Anton Vorburger sind schon 50 Jahre im Verband, Guido Aepli sogar seit 60 Jahren.

Gründe fürs Ja vom 9. Februar

Sektionspräsident Paul Rutz erinnerte an die Abstimmung vom 9. Februar. Mit der Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative habe die Schweiz wohl ein Eigentor geschossen. Es werde alles komplizierter und der bürokratische Aufwand grösser. Die Schweiz habe bis jetzt sehr vom freien Personenverkehr profitiert. Die Einwanderung sei sehr vorteilhaft, denn die Ausbildungskosten für diese Leute fielen im Ausland an. Ausserdem werde mit der Einwanderung die Überalterung der Schweizer Bevölkerung etwas ausgeglichen.

Für das Abstimmungsresultat zählte Paul Rutz einige Gründe auf. Trotz niedriger Arbeitslosigkeit hätten es viele Schweizer, vor allem ältere, schwer auf der Stellensuche. Die Stimmbürger hätten zudem auf die ständige Kritik aus dem Ausland gegen das Bankgeheimnis empfindlich reagiert. Die Kriminalität habe stark zugenommen. In einigen Regionen sei der Wohnungsmangel gross, und die Mieten seien hoch. Das Volk habe ausserdem das Gefühl, dass die Kontrolle der Arbeitsverhältnisse nicht gut genug funktioniere. Hätten Arbeitgeber und der Staat für mehr Ordnung gesorgt, so Rutz, wäre die Abstimmung wohl anders herausgekommen. Im schlimmsten Fall müsse in einigen Branchen mit starkem Personalmangel gerechnet werden. Paul Rutz sprach die Hoffnung aus, dass mit der EU trotz allem eine gute Lösung gefunden wird.

Werbung für Mindestlöhne

Florian Kobler, der neue Regionalsekretär Syna St. Gallen, berichtete über seine Arbeit im Sekretariat. Er habe viel zu tun mit Personen, die in einer Firma gearbeitet und keinen Lohn bekommen hätten. Oft würden sich Leute selbständig machen, ohne über genügend Mittel zu verfügen, um ihren Mitarbeitern den Lohn zu zahlen.

Zum Abschluss machte Kobler Werbung für die Mindestlohn-Initiative, über die am 18. Mai abgestimmt wird. Es sei wichtig, dieser Initiative zuzustimmen, damit alle mit ihrem Lohn ihren Lebensunterhalt bestreiten könnten, ohne bei der Gemeinde um Sozialhilfe bitten zu müssen. Zudem verhindere der Mindestlohn das Lohndumping bei neu eingewanderten Ausländern. Das Essen aus der «Stadthof»-Küche und ein Lottomatch beschlossen den Abend. (PER/cot)