Suppe essen und Freude schenken

Das Solidaritätsnetz Ostschweiz lädt nächste Woche am Multertor zum Suppenessen ein. Mit der Aktion wird eine Weihnachtsfeier für Flüchtlinge in St. Gallen finanziert.

Anina Rütsche
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«Solidarische Weihnachten» bringen Licht ins Leben der Flüchtlinge. (Bild: pd)

«Solidarische Weihnachten» bringen Licht ins Leben der Flüchtlinge. (Bild: pd)

«Lassen Sie sich Wärme schenken und geben Sie sie an andere weiter» ist das Motto der «Solidarischen Weihnachten». Von Montag bis Donnerstag bieten Helferinnen und Helfer des Solidaritätsnetzes Ostschweiz am Multertor Tee und hausgemachte Suppen an. «Die Rezepte stammen aus Eritrea, Tibet, dem Sudan und aus der Schweiz», verrät Josef Wirth, Pfarrer und Mitorganisator. «Beim Kochen wirken Menschen aus den jeweiligen Ländern mit.»

Spenden erfüllen Wünsche

Die Aktion findet in dieser Form nach 2011 zum zweitenmal statt. Am Suppenstand können Besucherinnen und Besucher mit Spenden dazu beitragen, Weihnachtswünsche von Flüchtlingen zu erfüllen. «So entsteht ein gegenseitiges Geben und Nehmen», sagt Josef Wirth.

Am 23. Dezember lädt das Solidaritätsnetz die Flüchtlinge ins Solidaritätshaus in St. Fiden zur Weihnachtsfeier ein. Der Pfarrer rechnet mit rund 50 Personen aus aller Welt. «Dank der Spenden wird es uns möglich sein, den Gästen ein kleines Geschenk unter den Weihnachtsbaum zu legen», freut er sich. Die Wünsche der Flüchtlinge sind laut Wirth vielfältig. Während sich einige eine Mehrfahrtenkarte für den öffentlichen Verkehr wünschen, um ihre Freunde und Verwandten besuchen zu können, träumen andere von Spielzeugen für ihre Kinder oder einem Tag im Hallenbad des Säntisparks. «Manchmal verschenken wir aber auch nützliche Alltagsgegenstände wie Winterkleider oder Duschmittel.»

Aufmerksamkeit dank Aktionen

Das Solidaritätsnetz Ostschweiz entstand 2004 als Reaktion auf die wiederholten Verschärfungen des Asylgesetzes. Mit diversen Veranstaltungen macht es seither auf die Situation der Flüchtlinge in der Schweiz aufmerksam und bietet Unterstützung in vielerlei Formen an. Dazu gehören beispielsweise Beratungen und ein Mittagstisch. «Dass alle Menschen menschenwürdig behandelt werden, ist mir ein grosses Anliegen», sagt Josef Wirth, der sich seit den Anfangszeiten fürs Solidaritätsnetz engagiert. «Ich kann die Gesetze nicht verändern, aber ich trage dazu bei, dass es den Flüchtlingen bei uns so gut geht wie möglich.»

Suppe und Tee am Multertor: Mo, 11.00–16.00. Di, 10.00–15.00. Mi, 15.00–19.00. Do, 15.00–21.00.

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