«Super-Präsi» gesucht

3 der 18 Quartiervereine der Stadt sind auf der Suche nach einem neuen Präsidenten. In St. Otmar tritt sogar der ganze Vorstand zurück. Die Nachfolge zu regeln ist nicht einfach, doch man gibt sich zuversichtlich.

Roger Berhalter
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Der Nachwuchs fehlt auch im Quartier Bruggen: Im April wird das Amt des Einwohnervereinspräsidenten frei. (Archivbild: Benjamin Manser)

Der Nachwuchs fehlt auch im Quartier Bruggen: Im April wird das Amt des Einwohnervereinspräsidenten frei. (Archivbild: Benjamin Manser)

Gleich mehrere Quartiervereine der Stadt sind derzeit auf Präsidentensuche. Dem Einwohnerverein Bruggen fehlt ein Nachfolger für seinen Präsidenten Raphael Frick, der im kommenden April zurücktritt. «Wir suchen einen Super-Präsi! (egal ob männlich oder weiblich)», heisst es in einem Inserat im aktuellen Bröggler Quartierblatt. Frick hatte sein Engagement von Anfang an auf zwei Jahre befristet, und noch immer ist seine Nachfolge offen. Die Suche sei «relativ schwierig», sagt seine Stellvertreterin, Claudia Dornbierer. Auf das Inserat im Quartierblatt habe sich bisher niemand gemeldet.

Auch in Winkeln sind derzeit Vorstandsmitglieder gefragt. Der Quartierverein sucht eine Präsidentin (oder einen Präsidenten), einen Vizepräsidenten und einen Aktuar. Im Quartierverein St. Otmar tritt 2017 sogar der ganze Vorstand zurück, was schon länger bekannt ist. Die Nachfolge ist laut Präsidentin Elisabeth Fehlmann nach wie vor offen.

Länger im Amt als geplant

Vorstandsmitglieder zu ersetzen, das sei in den Quartiervereinen ein Dauerthema, sagt Peter Bischof, Quartierbeauftragter der Stadt. Sei es, weil Leute im Vorstand wegziehen oder nach zehn Jahren sagen: Jetzt sollen das andere weiterführen. «Gerade einen Präsidenten lässt man nicht gerne gehen.» Viele blieben ohnehin schon länger, als sie eigentlich wollten.

«Es muss möglich sein, ein solches Amt abzugeben», findet aber Claudia Dornbierer vom Einwohnerverein Bruggen. Zumindest vorübergehend könne man die Aufgaben des Präsidenten auf die übrigen Vorstandsmitglieder verteilen. Das werde man auch in Bruggen so machen, falls sich bis zur Hauptversammlung im April kein «Super-Präsi» melde. An den Quartierverein glaubt Dornbierer nach wie vor. «Er ist als Anlaufstelle wichtig. Ein Quartierverein kann sich mehr Gehör verschaffen als eine Einzelperson.» Sie erwähnt zum Beispiel die Aufhebung der Einbahn an der Oberstrasse: ein Anliegen des Quartiers, das die Stadt derzeit prüft. «Auch der Skilift am Schlösslihang würde ohne den Einwohnerverein nicht mehr laufen.»

Die Familien ziehen weg

Elisabeth Fehlmann vom Quartierverein St. Otmar sei «ein Licht aufgegangen», als sie die Bevölkerungsstatistik in ihrem Quartier erstmals gesehen habe: Sehr viele Ein- und Zwei-Personen-Haushalte, wenige Familien. Zudem sei der Anteil an schulpflichtigen Kindern viel kleiner als jener der Unter-6-Jährigen. Fazit: «Viele Familien zügeln aus dem Quartier weg, bevor die Kinder in die Schule kommen», sagt Fehlmann. Doch gerade auf diese Eltern wäre ihr Verein angewiesen. «Sie interessieren sich in der Regel nur schon wegen der Kinder dafür, was im Quartier passiert, und engagieren sich eher.»

Rekrutierung am Fasnachtsball

In einem sind sich alle Befragten einig. Neue Vorstandsmitglieder findet man am besten im direkten Kontakt. Zwei Beispiele: Gerold Schneider, Präsident des Quartiervereins Rotmonten, wurde persönlich am Sommerfest rekrutiert, und Raphael Gloor, jüngstes Vorstandsmitglied im Bröggler Einwohnerverein, wurde am «Ohrenball» angeworben. Um solche persönlichen Begegnungen zu fördern, hat der Quartierverein St. Otmar vor einem Jahr einen Stamm ins Leben gerufen. Elisabeth Fehlmann gibt sich nicht nur deshalb zuversichtlich: «Wir werden auf jeden Fall eine Lösung finden.»

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