«Stürze kommen nur sehr selten vor»

In der Trogenerbahn komme es immer wieder zu Stürzen, weil der Lokführer zu ruckartig anfahre oder zu schnell bremse. Gerade für Pensionäre sei dies ein Problem, stellte der Stadtsanktgaller Seniorenrat an seiner Delegiertenversammlung fest (Ausgabe vom Mittwoch).

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Thomas Halter Betriebsleiter Appenzeller Bahnen (Bild: pd)

Thomas Halter Betriebsleiter Appenzeller Bahnen (Bild: pd)

In der Trogenerbahn komme es immer wieder zu Stürzen, weil der Lokführer zu ruckartig anfahre oder zu schnell bremse. Gerade für Pensionäre sei dies ein Problem, stellte der Stadtsanktgaller Seniorenrat an seiner Delegiertenversammlung fest (Ausgabe vom Mittwoch). Thomas Halter, Betriebsleiter der Appenzeller Bahnen, nimmt Stellung.

Herr Halter, stürzen wirklich so viele ältere Fahrgäste in den Zügen der Trogenerbahn?

Nach meinem Wissensstand kommt das leider vor, glücklicherweise aber nur sehr selten. Die Linie von St. Gallen nach Trogen betreffend, ist mir nur ein einziger Fall aus dem Jahr 2013 bekannt, als ein Kunde sich über die Fahrweise des Lokführers beschwerte.

Was unternehmen Sie in so einem Fall?

Die Beschwerde des Kunden landet beim zuständigen Teamleiter, der den Fall dann mit dem beteiligten Lokführer bespricht. Der Kunde erhält von uns eine Rückmeldung, wenn er dies wünscht. Intern gehen wir allen Kundenreaktionen nach. Wir sind ja auch dankbar um diese Rückmeldungen.

Auch dem St. Galler Seniorenrat haben die Appenzeller Bahnen versprochen, seine Anregung ernst zu nehmen. Was machen Sie konkret, um Stürze zu vermeiden?

Einerseits lassen wir das Thema in die halbjährlichen Weiterbildungen der Lokführer einfliessen. Anderseits überprüfen wir die Fahrweise immer wieder in der Praxis. Auch die Teamleiter fahren regelmässig im Zug mit, um im anschliessenden Mitarbeitergespräch dem Lokführer auch eine Rückmeldung zur Fahrweise geben zu können.

Wenn ein Lokführer bremst, kann das gute Gründe haben.

Ja, gerade in der Stadt spielen die Einflüsse von Dritten eine grosse Rolle. Wenn ein Autofahrer unvermittelt vor den Zug fährt oder ein Fussgänger plötzlich das Gleis überquert, muss der Lokführer sofort bremsen, um eine Kollision zu vermeiden.

«Festhalten schützt vor Unfällen», heisst es. Ist der Fahrgast also selber schuld, wenn er stürzt?

In der Regel stehen ja genügend Sitzplätze zur Verfügung, ausser vielleicht zu Hauptverkehrszeiten. Und die meisten jüngeren Fahrgäste geben ihren Platz frei, wenn Senioren ihn benötigen. Ich fahre täglich Zug und sehe, dass dies heute noch immer funktioniert. (rbe)