Stürm-Preis an Urs Räbsamen

RORSCHACH. Stadtsanierer und Schlosskäufer Urs Räbsamen hat gestern den Carl-Stürm-Preis entgegen- genommen. Damit wird ausgezeichnet, wer sich um die Region Rorschach verdient macht.

Rudolf Hirtl
Drucken
Teilen
Carl-Stürm-Preisträger Urs Räbsamen, flankiert von Stiftungsratspräsident Peter Thoma (links) und Stiftungsrat Beat Ulrich. (Bild: Stephanie Sonderegger)

Carl-Stürm-Preisträger Urs Räbsamen, flankiert von Stiftungsratspräsident Peter Thoma (links) und Stiftungsrat Beat Ulrich. (Bild: Stephanie Sonderegger)

RORSCHACH. Er sei ziemlich nervös, denn er sei noch nie vor so vielen Leuten gestanden, sagt Urs Räbsamen, als er den überdimensionierten Check in den Händen hält und eine paar Worte an die Gäste richten soll. Mit der Bemerkung, die Sonne strahle und er erhalte ein grosses Geschenk, er müsse wohl ein Glückspilz sein, hat er den vollen Stadthofsaal aber rasch auf seiner Seite. «Die Ehrung mit dem Carl-Stürm-Preis ist für mich auch ein Zeichen der Wertschätzung für meine Arbeit hier in der Region Rorschach. Es ist wirklich schön, dass sich so viele Menschen über das freuen, was ich hier tue.»

Seinen Dank richtet der Preisträger, der alte Liegenschaften kauft und sie neu belebt, an alle, die ihn unterstützen; seine Familie, seine Mitarbeiter und nicht zuletzt an die Behörden. «Auch wenn das Einholen einer Baubewilligung meistens länger dauert als das Bauen danach, so ist die Zusammenarbeit gut und wir finden immer einen Konsens», bemerkt er mit einem Augenzwinkern.

Ein Fest für die Arbeiter

Trotz aller Freude über die Auszeichnung weist Räbsamen auch auf die Problematiken im Immobiliengeschäft hin. Insbesondere im Gastrobereich sei es schwierig, sanierte Objekte zu beleben und die richtigen Leute zu finden. Hier am See sei dies gelungen. In «seinen» Restaurants hätten 50 Berufsleute und 10 Lehrlinge eine Stelle, was auch wertvoll für die Region sei, sagt er nicht ohne Stolz.

Dennoch, auch im Erfolg, bleibt er bescheiden, macht sofort klar, die Preissumme von 40 000 Franken nicht für sich selbst in Anspruch zu nehmen. Mit seiner Bemerkung «Auf Schloss Wartensee lasse ich einen Brunnen aus Rorschacher Sandstein bauen, der mit seinem Plätschern das Rauschen der Autobahn übertönt», hat er den Lacher des Abends auf seiner Seite und fügt an, dass der Rest an die HPV Rorschach, das Klanghaus Toggenburg sowie seine Arbeiter in Form eines Festes im Schloss gehen wird.

«Geld kann man nicht essen»

Stiftungsrat Christof Stürm macht in der Laudatio auf das Schaffen von Urs Räbsamen aufmerksam und bezeichnet ihn als bescheiden, bodenständig, fleissig, erfolgreich, mit der Heimat verbunden. «Seine Mutter hat ihn gelehrt: <Geld kann man nicht essen.>» Nicht das Nahe- liegende zu machen, nämlich kurzfristige Profitmaximierung, erfordere zwei Eigenschaften; einen starken Charakter und eine soziale Grundhaltung.

Stiftungsratspräsident Peter Thoma betont, dass die Carl-Stürm-Stiftung jährlich kulturelle und gesellschaftliche Engagements honoriere, die die Region nach innen und aussen stärkten. Der Blick auf die bisherigen Preisträger (rechts) zeige einen ausgewogenen Mix und man könne nach wie vor zu jedem Preisträger stehen. Bis heute beläuft sich die gesamte Preissumme auf nicht weniger als 495 000 Franken. • OSTSCHWEIZ 21

Christof Stürm Stiftungsrat, Laudator (Bild: sso)

Christof Stürm Stiftungsrat, Laudator (Bild: sso)

Aktuelle Nachrichten