Studenten schlagen Tageskarte vor

Im Auftrag von Appenzellerland Tourismus AR hat eine Bündner Studentengruppe den hiesigen Tourismus überprüft. Das Fazit: Es gibt Verbesserungspotenzial.

Alessia Pagani
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Voller Körpereinsatz: Die Studierenden eruierten nicht nur Probleme, sondern präsentierten auch Lösungsansätze. (Bild: Alessia Pagani)

Voller Körpereinsatz: Die Studierenden eruierten nicht nur Probleme, sondern präsentierten auch Lösungsansätze. (Bild: Alessia Pagani)

In dieser Woche waren 20 Schüler der Höheren Fachschule für Tourismus Graubünden im Appenzellerland unterwegs – ausgerüstet mit Stiften, Fragebögen und Fotoapparaten. Im Rahmen eines touristischen Intensivseminars nahmen sie die Region unter die Lupe. Der Grund: Appenzellerland Tourismus AR plant in Zusammenarbeit mit den Studierenden eine Optimierung und Erweiterung seiner Angebote. Die jungen Erwachsenen haben nach vorgegebenen Fragestellungen Massnahmen und Konzepte erarbeitet. Die Ergebnisse und Erfahrungen wurden gestern im Hotel am Schönenbühl in Speicher den Verantwortlichen präsentiert. Die Aufgabenstellungen waren unterschiedlich: Sie reichten von der Analyse der Herzroute und der Grand Tour of Switzerland über eine Analyse der Pendlerwünsche bis zu einer neuen App für die Appenzeller Bahnen. Auch untersucht wurde das Angebot für Individualreisende und die Bereitschaft der Tagestouristen für finanzielle Ausgaben. Das Appenzellerland sei eine schöne Tourismusdestination, so das Zwischenfazit der Gruppen. Es gebe aber in allen Punkten noch Verbesserungspotenzial.

Tagesgäste wollen für Leistungen nicht zahlen

Wie die Studenten feststellten, hat auch das Appenzellerland mit rückgängigen Logiernächten zu kämpfen. Die Zahl der Tagesgäste hingegen steigt. Diese aber wollen keine finanziellen Abgaben leisten. Mehr als die Hälfte der Tagestouristen besuchen das Appenzellerland gemäss den Studenten-Ergebnissen zum Wandern oder um die Natur zu geniessen. Eine Umfrage hat ergeben, dass 75 Prozent der Befragten zwar gewillt wären, für saubere Toiletten oder Parkplätze zu zahlen, nicht aber für die Nutzung von Wanderwegen. Auch seitens der Gastro- und Hotelbetriebe bestehe Verbesserungspotenzial. Diese hätten in den Sommermonaten oft zu. Als möglichen Weg, mehr Tagesgäste anzulocken, sehen die Studenten eine Gästekarte, wie es sie bereits in Arosa gibt. 70 Prozent der Befragten wären bereit, für eine Tagestouristenkarte zu zahlen, um den Tourismus zu unterstützen. Weiter haben die Studenten festgestellt, dass es in der Region viele Gruppenangebote gibt, diese aber nicht für Individualtouristen zugänglich sind. Es wurde ermittelt, dass ein kostenpflichtiges Wochenprogramm für Individualgäste dieses «Problem» lösen könnte. Aus der Befragung von 72 Tages- und 41 Logiergästen ging hervor, dass diese sich spontan für die Angebote entscheiden.

Die Ergebnisse werden von den Studenten weiter ausgewertet. Ob und inwieweit die erarbeiteten Lösungsansätze in die Tourismusdestination Appenzellerland oder ins Konzept der Appenzeller Bahnen einfliessen werden, ist noch offen. Urs Berger, Geschäftsführer Appenzellerland Tourismus AR, ist aber erfreut über die spannenden Präsentationen: «Die ersten Resultate sind sehr vielversprechend.»