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Studenten gehen auf die Strasse

ST.GALLEN. Mit Schweigen und Stillstehen gegen höhere Studiengebühren: Gegen 300 Studentinnen und Studenten der HSG haben gestern abend in der St. Galler Innenstadt demonstriert. Geplant sind noch mehr Aktionen.
Malolo Kessler
Mit Herz gegen höhere Studiengebühren: Studentinnen und Studenten der Universität demonstrieren in der St. Galler Innenstadt. (Bild: Urs Jaudas)

Mit Herz gegen höhere Studiengebühren: Studentinnen und Studenten der Universität demonstrieren in der St. Galler Innenstadt. (Bild: Urs Jaudas)

Die Sparpläne der Regierung auf Kosten der Studentenschaft werfen Fragen auf. (Bild: Urs Jaudas)Die Sparpläne der Regierung auf Kosten der Studentenschaft werfen Fragen auf. (Bild: Urs Jaudas)
Leistungsabbau und Gebührenaufschlag: Unverständnis bei den Studentinnen und Studenten. (Bild: Urs Jaudas)Leistungsabbau und Gebührenaufschlag: Unverständnis bei den Studentinnen und Studenten. (Bild: Urs Jaudas)
Demonstrieren und telefonieren in der St.Galler Altstadt. (Bild: Urs Jaudas)Demonstrieren und telefonieren in der St.Galler Altstadt. (Bild: Urs Jaudas)
Eine Studentin sucht per Plakat einen Gebührenzahler. (Bild: Urs Jaudas)Eine Studentin sucht per Plakat einen Gebührenzahler. (Bild: Urs Jaudas)
Wie lange noch? Ein HSG-Student wirft einen Blick auf die Uhr. (Bild: Keystone)Wie lange noch? Ein HSG-Student wirft einen Blick auf die Uhr. (Bild: Keystone)
Protest auf Pappe. (Bild: Keystone)Protest auf Pappe. (Bild: Keystone)
Die Studenten wollen nicht in den sauren Apfel beissen. (Bild: Keystone)Die Studenten wollen nicht in den sauren Apfel beissen. (Bild: Keystone)
Mit ihrem lautlosen Flashmob haben sich die Studentinnen und Studenten Gehör verschafft. (Bild: Keystone)Mit ihrem lautlosen Flashmob haben sich die Studentinnen und Studenten Gehör verschafft. (Bild: Keystone)
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Flashmob gegen Gebührenerhöhung

Ein kurzer Pfiff. Dann rührt sich keiner mehr. Sie liegen, stehen, sitzen da, mitten in der St. Galler Innenstadt. Beinahe bewegungslos, stumm. Gegen 300 Studentinnen und Studenten der Universität St. Gallen haben gestern, um 17 Uhr, zwischen Bärenplatz und Vadiandenkmal einen Flashmob veranstaltet.

«Du bist bald dein Klischee»

Sie halten Zettel, Transparente oder Kartons mit Aufschriften: «HSG – du bist bald dein Klischee», «HSG = Höhere Studien- Gebühren» und «Reiche Eltern für alle» steht da. Auch einige Passanten wagen kaum mehr, sich zu rühren. Irgendwo in der Ferne ist das Klingeln eines Handys zu hören, das Klacken von Absätzen auf den Pflastersteinen. Sonst ist es still.

«Meine Idee war, einen friedlichen Protest zu veranstalten», sagt Flashmob-Organisator Marius Geiker. «Wir möchten keinen Unmut schüren, sondern diesen mitteilen.» Unmut über die Kantonsregierung, die am Freitag ihr «Sparpaket II» präsentiert hat. Darin wird unter anderem eine Erhöhung der Studiengebühren für HSG-Studenten vorgeschlagen. Die Gebühren sind bereits im Rahmen des ersten Pakets, das vergangenes Jahr geschnürt worden ist, erhöht worden: Für Schweizer von jährlich 1600 auf 2000 Franken, für Ausländer von 1900 auf 3800 Franken. Die nun vorgeschlagene zusätzliche Erhöhung beträgt gemäss Bericht des Bildungsdepartements für Masterstudierende 400 bis 800 Franken pro Jahr und für Langzeitstudierende 2900 bis 4800 Franken. Ausländer müssten zwischen 2000 und 3000 Franken mehr bezahlen. Als weitere Massnahme sieht die Regierung eine Verzichtsplanung in Lehre und Verwaltung vor.

Mehr Geld für weniger Qualität?

Flashmob-Organisator Geiker bezeichnet die Studiengebührenerhöhung als «sehr problematisch». Würden innert kurzer Zeit zweimal die Gebühren erhöht, könne man nicht wissen, ob nicht bald wieder eine Erhöhung anstehe. «Es ist für viele Studenten ein Problem, wenn sie mit dem Studium beginnen und nicht wissen, wie viel es schliesslich kostet.» Zudem befürchtet der Student, dass sich bei einer weiteren Erhöhung die Atmosphäre an der HSG verändern könnte – «wenn hier nur noch studieren kann, wer finanziell bessergestellt ist».

Ebenfalls in der Marktgasse steht Philipp Wellstein, Präsident der Studentenschaft der HSG. Bei der bis anhin letzten Gebührenerhöhung sei versprochen worden, dass es Qualitätsverbesserungen an der Uni gebe. «Jetzt soll aber mit einer Verzichtsplanung Qualität abgebaut werden und gleichzeitig sollen Studenten mehr bezahlen. Das weckt schon grossen Unmut.»

Gespräch mit Stefan Kölliker

Nun hat das Studentenparlament für morgen eine ausserordentliche Sitzung einberufen, an welcher das weitere Vorgehen bestimmt werden soll. Zudem treffe sich die Studentenschaft am Samstag zu einem Gespräch mit Bildungsdirektor Stefan Kölliker, sagt Wellstein.

Es ist vier Minuten nach 17 Uhr. Dem einen oder anderen Demonstranten fällt es schwer, noch stillzuhalten. Ein Student senkt langsam den Arm, lächelt fast unmerklich. Sekunden später der kurze Pfiff. Und es kehrt wieder Leben ein in der Marktgasse.

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