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STRENGE REGELN: Im Vergleich: St.Galler Ladengeschäfte haben die strengsten Öffnungszeiten

Die umliegenden Kantone und das nahe Ausland regeln die Ladenöffnungszeiten lockerer als St.Gallen – zumindest auf dem Papier. Denn in der Praxis ist der Kanton keine restriktive Insel.
Roger Berhalter
Länger einkaufen oder nicht? Die städtischen Detailhändler wollen erweiterte Ladenöffnungszeiten. (Bild: Benjamin Manser)

Länger einkaufen oder nicht? Die städtischen Detailhändler wollen erweiterte Ladenöffnungszeiten. (Bild: Benjamin Manser)

Roger Berhalter

roger.berhalt

er@tagblatt.ch

Die Detailhändler der Stadt wollen die Ladenöffnungszeiten lockern. Von Montag bis Samstag sollen die Läden eine Stunde länger öffnen dürfen. Die St. Galler Gewerbler schielen dabei nicht zuletzt auf die Nachbarkantone, welche die Öffnungszeiten lockerer handhaben. Zum Beispiel der Thurgau. Seit 2003 können die Geschäfte dort von Montag bis Samstag von 6 bis 22 Uhr öffnen.

Auch im Kanton Schaffhausen dürfen die Geschäfte unter der Woche bis 22 Uhr öffnen. Dies entschied das Stimmvolk schon 1999 und verlängerte auch die Zeiten am Samstag um zwei Stunden, bis 18 Uhr. In Schaffhausen haben die Öffnungszeiten eine saisonale Komponente: Im Sommer können die Geschäfte schon um fünf Uhr öffnen, im Winter erst um sechs Uhr. Gar kein Ladenschlussgesetz kennt Appenzell Innerrhoden. Dort setzt nur das Arbeitsgesetz Grenzen. Ausserrhoden hat die Regelung über die Öffnungszeiten an die Gemeinden delegiert.

Nicht alle wollen so lange öffnen

Die meisten umliegenden Kantone – und ebenso das nahe Ausland – handhaben die Ladenöffnungszeiten also lockerer als der Kanton St. Gallen. Auf dem Gesetzespapier präsentiert sich St. Gallen als restriktive Insel. Doch die Praxis sieht anders aus, da längst nicht alle Geschäfte den gesetzlich erlaubten Rahmen auch ausschöpfen. In Appenzell Innerrhoden beispielsweise ist nach wie vor ein Ladenschluss um 18.30 Uhr verbreitet. Im Kanton Thurgau dauerte es nach der gesetzlichen Lockerung vier Jahre, bis die Migros die Öffnungszeiten ihrer Filiale anpasste und nach hinten verlegte – um lediglich eine halbe Stunde. Bis heute reizt der Detailhändler das Gesetz nicht aus. Dies tun vor allem die grossen Discounter wie Aldi und Lidl, die sich regelmässig erfreut zeigen, wenn ein Kanton die Öffnungszeiten ausdehnt.

Auch Volg setzt bei seinen Dorfläden auf lange Öffnungszeiten. Der Lebensmittelhändler will damit Pendler ansprechen, die morgens auf dem Weg zur Arbeit oder nach Feierabend am Wohnort einkaufen möchten.

Thurgauer sehen wenig Vorteile

Ob längere Öffnungszeiten auch zu mehr Umsatz führen, ist schwer zu beantworten. Ralph Bleuer von der St. Galler Detailhändler-Vereinigung Pro City ortet für die Geschäfte im Kanton noch Potenzial. Da seien zum Beispiel jene Kunden zu gewinnen, die heute zu Randzeiten auf den Thurgau auswichen.

Kritischer sieht es die Gewerkschaft Unia, die 100 Thurgauer Verkäuferinnen und Verkäufer zum Thema befragt hat. Die Gewerkschaft zieht in einer Mitteilung ein klares Fazit: «Die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten hat dem Thurgau keinen Vorteil gebracht.» Der Umsatz habe sich nicht gesteigert, nur die Arbeitszeiten hätten sich verlagert, und dies oft bei gleichem oder sogar tieferem Personalbestand.

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