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Streit kommt St.Galler Theologin teuer zu stehen

ST.GALLEN. Die St.Galler Theologin Martina Schäfer hat die Persönlichkeit von Heide Göttner-Abendroth verletzt. Sie muss der deutschen Matriarchats-Forscherin eine Genugtuung und die Gerichtskosten bezahlen und sie öffentlich rehabilitieren. Dies hat das Kantonsgericht St. Gallen entschieden.

Der Streit zwischen den beiden Feministinnen schwelt seit 25 Jahren. 1986 gründeten die beiden Frauen die Akademie HAGIA für Matriarchatsforschung und wohnten in einer Wohngemeinschaft auf dem Anwesen von Heide Göttner-Abendroth im deutschen Winzer. Vier Jahre später kam es zum Zerwürfnis. Schäfer musste gehen.

Im Frühling 2011 organisierte Göttner-Abendroth einen Matriarchatskongress in St.Gallen. Dies passte der St.Galler Theologin gar nicht. Sie schwärzte die ehemalige Kollegin und deren Akademie öffentlich an und behauptete in Briefen und E-Mails, Göttner-Abendroth habe Frauen verprügelt, eingesperrt und missbraucht.

Öffentliche Hetzkampagne
Die «NZZ am Sonntag» schrieb im Mai 2011 im Zusammenhang mit dem Matriarchatskongress unter anderem, die Akademie HAGIA sei eine sektenähnliche Organisation. Göttner-Abendroth sei eine gewalttätige Guru-Frau und propagiere eine Priesterinnen-Herrschaft. Im «St.Galler Tagblatt» hiess es, Göttner-Abendroth glorifiziere Menschenopfer.

Sektenexperte und Fachleute zeigten sich in den Zeitungsberichten entsetzt, dass die Stadt St.Gallen den Matriarchatskongress finanziell unterstützte. Göttner-Abendroth sprach von einer «Hetzkampagne» und machte eine Beschwerde beim Schweizer Presserat, die allerdings abgewiesen wurde.

Urteil in Zeitungen veröffentlichen
Schliesslich zog die Organisatorin des Matriarchatskongresses ihre Kontrahentin wegen Persönlichkeitsverletzung vor Gericht. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen hat das Kantonsgericht St.Gallen als zweite Instanz am Donnerstag sein Urteil veröffentlicht: Schäfer muss Göttner-Abendroth wegen Persönlichkeitsverletzung eine Genugtuung von 5000 Franken bezahlen.

Ausserdem wird die Theologin verpflichtet, das Urteil in der «NZZ am Sonntag» und im «St.Galler Tagblatt» zu veröffentlichen. Zahlen muss Schäfer ausserdem die Gerichtskosten von fast 13'000 Franken und die Anwaltskosten ihrer Kontrahentin von knapp 8000 Franken.

Das Urteil gegen Schäfer ist noch nicht rechtskräftig. Ob die St.Galler Theologin ans Bundesgericht gelangt ist noch offen, wie ihre Anwältin auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. (sda)

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