STREIT: «Bravo, Herr Eberle»

Die gefällten Bäume im Steinacher Quartier Böllentretter bewegen im Netz: Viele Kommentatoren zeigen Verständnis für das Handeln des Anwohners. Heute will der Gemeinderat seinen Entscheid bekanntgeben.

Linda Müntener
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Die Bäume beim Quartier Böllentretter in Steinach sind Geschichte, die Story, wie es dazu kam, ist noch nicht zu Ende geschrieben. (Bild: Rudolf Hirtl)

Die Bäume beim Quartier Böllentretter in Steinach sind Geschichte, die Story, wie es dazu kam, ist noch nicht zu Ende geschrieben. (Bild: Rudolf Hirtl)

Linda Müntener

linda.muentener@tagblatt.ch

Es brodelt in Steinach. Nachdem sich Norbert Eberle in einem ­offenen Brief (Tagblatt-Ausgabe vom 25. März) zu den Beweggründen seiner Baumfällaktion geäussert hat, gehen die Emotionen hoch. Waren viele zunächst empört darüber, dass er das Fällen der drei Bäume ohne Einverständnis der Gemeinde als Eigentümerin in Auftrag gegeben hatte, stellen sich online nun viele Kommentatoren hinter ihn. Es gibt es sogar Applaus. «Bravo, Herr Eberle. Sie haben Rückgrat bewiesen», schreibt ein Tagblatt-Leser auf Facebook.

Norbert Eberle hat vor gut einer Woche zwei Buchen und eine Eiche auf Boden der Gemeinde im Quartier Böllentretter fällen lassen. Der Anwohner schildet in seinem offenen Brief, dass er die Gemeindeverwaltung schon seit Jahren ersucht habe, die Bäume besser zu pflegen und zu stutzen. Diese sei trotz mehrmaligem Nachfragen untätig geblieben. Das Laub hätten die Anwohner immer selber wegräumen müssen. Eberle habe der Gemeinde seine Fällaktion angekündigt und deren Schweigen als stillschweigende Zustimmung gedeutet. «Wenn die Überheblichkeit der Ämter gegenüber dem Bürger zu gross wird, muss man handeln», schreibt ein Leser dazu. «Es gibt aber einen Unterschied zwischen Zurückschneiden und Fällen», entgegnet eine Leserin. Für einen anderen Kommentator ist der Fall klar: «Die Gemeinde hatte nicht den Mut, die Bäume zu fällen, und einen Dummen gesucht, der die Verantwortung übernimmt und vermutlich auch zahlt.» Die User machen ihrem Ärger über die Verwaltung in zahlreichen Kommentaren Luft. «Ich dachte mir sofort, dass es in diese Richtung ging und die zuständigen Personen dachten, sie sitzen am längeren Hebel», schreibt jemand. Ein anderer fragt: «Was ist das für eine Gemeindeverwaltung? Wird auch in anderen Bereichen so geschlampt und getrödelt?»

Steinachs Gemeindepräsident Roland Brändli wollte gestern auf Anfrage keine Stellung zu den im offenen Brief erhobenen Vorwürfen nehmen. Er hat auf die Gemeinderatssitzung von gestern Abend verwiesen, an der die Ratsmitglieder das weitere Vorgehen in diesem Fall besprochen haben. Heute soll bekanntgegeben werden, ob der Gemeinderat Anzeige gegen Norbert Eberle erstattet.