Straub tritt nicht mehr an, SP mit Zweierticket

ST.GALLEN. Die SVP tritt am 25. November beim zweiten Wahlgang in den Stadtrat von St.Gallen nicht mehr an. Kandidat Markus Straub zieht sich zurück, wie die Partei am Dienstag bekanntgab. Unterstützt werden Patrizia Adam-Allenspach (CVP) und Sylvia Huber von der SP.

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Markus Straub verzichtet auf den zweiten Wahlgang. (Bild: Michel Canonica)

Markus Straub verzichtet auf den zweiten Wahlgang. (Bild: Michel Canonica)

Vom parteilosen Kandidaten Thomas Buschor distanziert sich die SVP. Ihm fehle der Leistungsausweis und mit seiner an Podien geäusserten Weltanschauung schade Buschor der Wirtschaft, argumentiert die SVP.

Am Sonntag schafften im ersten Wahlgang Stadtpräsident Thomas Scheitlin (FDP) sowie die bisherigen Stadträte Nino Cozzio (CVP) und Fredy Brunner (FDP) souverän die Wiederwahl. Zwei Sitze konnten nicht besetzt werden. Sechs Kandidierende verpassten das absolute Mehr. Markus Straub machte dabei das zweitschlechteste Resultat.

Zwei Frauen werden unterstützt
Dass Straub mit 5087 Stimmen geringen Zuspruch erhielt von der Wählerschaft und das absolute Mehr von 9318 Stimmen klar verpasste, ist für die SVP eine «Enttäuschung», wie Hans M. Richle, Kantonsrat und Mitglied der Stadtpartei, am Dienstag vor den Medien erklärte.

Mit seinem Rückzug will Markus Straub verhindern, dass die SP zwei Sitze holt in der Stadtregierung, wie er sagte. Gleichwohl werde der Anspruch der SP auf einen Sitz im Stadtrat respektiert, sagte Straub. Die SP-Kandidatin Sylvia Huber wird im zweiten Wahlgang von der SVP unterstützt; SP-Kandidat Ruedi Blumer dagegen nicht.

Huber holte im ersten Wahlgang 7004 Stimmen, Blumer deren 7295. Patrizia Adam-Allenspach von der CVP machte das beste Ergebnis der Nichgewählten. Mit 7791 Stimmen verpasste sie das absolute Mehr aber ebenfalls deutlich. Adam tritt wieder an. Genauso Markus Buschor, der im ersten Wahlgang respektable 7065 Stimmen holte.

Kein fruchtbarer Stadt-Boden
Die Parteileitung der SP hat am Montagabend entschieden, im zweiten Wahlgang nochmals mit Ruedi Blumer und Sylvia Huber anzutreten. Die SP-Mitglieder entscheiden am Mittwochabend darüber. Aller Voraussicht nach folgen sie dem Vorschlag der Parteileitung. Somit bewerben sich am 25. November vier Kandidierende um zwei Sitze.

So zumindest sieht es zwei Tage nach dem ersten Wahlgang aus. Ob Christian Hostettler von der Unabhängigen Volkspartei (UVP), der im ersten Wahlgang abgeschlagen die «rote Laterne» fasste, im zweiten Wahlgang nochmals antreten wird oder ob sich allenfalls noch weitere Stadtratskandidaten melden, ist nicht ausgeschlossen.

Die Stadt St.Gallen sei für die SVP gegenwärtig kein fruchbarer Boden, sagte Herbert Huser, Präsident der SVP-Kantonalpartei vor den Medien. In der Stadt lebten viele Sozialhilfeempfänger und Verwaltungsangestellte, die einen Ausbau des Staats befürworteten.

Schon zum vierten Mal hat die SVP einen Versuch gestartet, einen Sitz im Stadtrat zu erobern - zum viertem Mal ist sie gescheitert. Bei einer nächsten Vakanz will die SVP aber wieder antreten, sagte Huser. «Das sind wir unseren Wählerinnen und Wählern schuldig.» (sda)

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