Strategie gegen Bienensterben

Der Imker Ludwig Buob aus Rorschacherberg hat wegen der Varroamilbe einen Grossteil seiner Bienen verloren. Dies schon zum zweiten Mal. Das Bienensterben hat er inzwischen akzeptiert. Ans Aufgeben denkt er trotzdem nicht.

Valentin Schneeberger
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Ludwig Buob hat im vergangenen Winter fünf von acht Bienenvölkern verloren. (Bilder: Valentin Schneeberger)

Ludwig Buob hat im vergangenen Winter fünf von acht Bienenvölkern verloren. (Bilder: Valentin Schneeberger)

RORSCHACHERBERG. Rund um den umfunktionierten Bauwagen von Hobbyimker Ludwig Buob herrscht ein emsiges Treiben. Seit ein paar Wochen sind hier auf einer Wiese in Rorschacherberg wieder neun Bienenvölker zu Hause. Dies nachdem ein Grossteil des Bestandes aus dem Vorjahr den langen Winter nicht überlebt hat. Von ursprünglich acht Völkern sind fünf an einem Befall der Varroamilbe (siehe Kasten), Viren oder der Kälte verendet. Dank befreundeten Imkern, von denen er sechs Bienenschwärme übernehmen konnte, hat Buob seinen Bestand im Frühjahr wieder aufstocken können. Nun feilt der 45-Jährige an einer neuen Strategie, um möglichst viele Bienen durch den nächsten Winter zubringen.

Kleinere Waben sollen helfen

«Ich versuche, die Bienen dazu zu bringen, möglichst kleinzellige Waben zu bauen», sagt er, Der Grund: In kleinzelligen Waben herrschen höhere Temperaturen und es hat weniger Platz, weshalb sich die Milben weniger verbreiten können. Um seine Bienen an die kleinere Wabenstruktur zu gewöhnen, setzt der Imker in seinem Bienenhaus künstliche Mittelwände ein, die aus 4,9 Millimeter breiten Zellen bestehen. Normalerweise bauen Bienen ihre Waben mit einem Durchmesser von 5,4 Millimetern.

Buob hofft darauf, dass seine Bienen die neue Struktur übernehmen und künftig kleinere Waben errichten. «Die Umstellung braucht viel Geduld», sagt er.

Hobby fast aufgegeben

Ob die neue Strategie erfolgreich sein wird, steht in den Sternen. «Bei der Bienenzucht spielen unzählige Faktoren eine Rolle», sagt Ludwig Buob. Deshalb mache es keinen Sinn, eine Prognose abzugeben. Schon im Winter 2011/2012 verlor er wegen eines Milbenbefalls 90 Prozent seiner Bienen. Damals haderte er noch mit dem massiven Verlust und wollte sein Hobby, dass er mittlerweile seit über 30 Jahren ausübt, gar an den Nagel hängen.

Heute hat er das Bienensterben als Teil der Imkerei akzeptiert. «Es hat keinen Sinn, sich über einen Verlust zu ärgern. Stattdessen freue ich mich einfach über die Bienenvölker, die den Winter überleben».

Zwei neue Ableger

Der Hobbyimker sieht in den Verlusten eine natürliche Selektion. «Jene Bienen, die bis zum Frühjahr überlebt haben, bilden eine gute Grundlage für die Aufzucht neuer Völker.» Als Beweis dienen ihm die Bienen, die den Milbenbefall einige Jahre unbeschadet überstanden haben. Solche Erfolge seien Grund genug, mit der Bienenzucht weiterzumachen, sagt Hobbyimker Ludwig Buob.

Eine künstliche Wabe.

Eine künstliche Wabe.