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STRASSENKUNST: Gauklerfestival in St.Gallen - aber aufgetischt wird nicht umsonst!

Am Freitag und Samstag findet in der St.Galler Altstadt zum siebten Mal das Strassenkunstfestival "Aufgetischt" statt. Der organisierende Verein ist darauf angewiesen, dass die Zuschauer Eintritt bezahlen. Und die Künstlerinnen und Künstler "leben" von der Grosszügigkeit des Publikums bei der Kollekte.
Daniel Wirth
Erinnerungen an frühere Auflagen des Strassenkunstfestivals "Aufgetischt": 2017 kommt der US-Strassenkünstler Joe Dieffenbacher einem jungen Festivalbesucher ganz nahe. (Bild: Benjamin Manser - 12. Mai 2017)

Erinnerungen an frühere Auflagen des Strassenkunstfestivals "Aufgetischt": 2017 kommt der US-Strassenkünstler Joe Dieffenbacher einem jungen Festivalbesucher ganz nahe. (Bild: Benjamin Manser - 12. Mai 2017)

Von Freitagnachmittag bis Samstagnacht wird die St.Galler Altstadt wieder eine grosse Freiluft-Manege sein. Das Konzept von "Aufgetischt", das 2012 als Gauklerfestival aus dem Gallusjubiläum hervorging und sich heute "Buskers-Festival" nennt, ist gleich geblieben, rundum neu ist indes das Programm: Rund 40 Musiker und Artisten aus der ganzen Welt, Einzelkünstler und Gruppen, werden auf dem Klosterplatz, auf Strassen und in Gassen ihre Darbietungen zeigen – ohne Bühne, so nahe beim Publikum wie möglich, wie Festivalleiter Patrick Scherrer sagt.

Die Auftretenden wurden aus über 600 Bewerbungen ausgewählt und eingeladen. Sie zeigen klassische Klaviermusik, Grunge, Forró aus Brasilien, traditionelle afrikanische und zeitgenössische westliche Musik. Gemäss Programm werden verwunschene Landschaften gezeichnet und verspielte Geschichten erzählt. Aber am "Aufgetischt" werde nicht nur musiziert, sagt Festivalleiter Scherrer. Artistik am Trapez werde gezeigt, Entfesselungskunst und Kartentricks. Es würden aber auch menschliche Pyramiden aufgebaut und Clowns unterhielten das Publikum.

Das Budget beträgt 380'000 Franken

Im Lauf der vergangenen sechs Jahre ist "Aufgetischt" immer grösser und professioneller geworden. Das Budget für die Ausgabe 2018 beträgt gemäss Scherrer rund 380'000 Franken. Dabei könne der Verein Aufgetischt nur auf wenige Sponsoren zählen. Einer der grössten ist die Migros, die das Festival mit Geld aus ihrem Kulturprozent unterstützt. Stadt und Kanton St. Gallen sind auf der "Aufgetischt"-Homepage als Co-Partner aufgeführt, ebenso die Ortsbürgergemeinde und die Brauerei Schützengarten.

"'Aufgetischt' ist noch kein Selbstläufer. Wir brauchen Einnahmen", sagt Festivalleiter Scherrer. Er appelliert darum "an die Freunde guter Strassenkunst", am Freitag und Samstag einen Festivalbändel für zehn Franken zu kaufen. Zum Bändel gebe es ein Programmheft. Dass nichts umsonst aufgetischt werde, müsse noch in die Köpfe der Festivalbesucher, gibt Festivalleiter Scherrer dabei unumwunden zu.

Bändel könnten an den Informationsständen in der Altstadt und bei fliegenden Verkäuferinnen und Verkäufern erworben werden. Der Kauf eines Bändels sei ein kleiner, angemessener Beitrag an die Fülle von Kunst und Kultur, die am «Aufgetischt» geboten werde, sagt der Festivalleiter.

Festwirtschaft als zweite Einnahmequelle

In der südlichen Altstadt wartet heute und morgen ein grosses Angebot an Streetfood und Ständen mit Tranksame auf das ­Publikum. Rund 300 Helferinnen und Helfer unterstützen den Ve­rein Aufgetischt, der den Erlös aus der Festwirtschaft dafür verwendet, das Risiko zu decken, auf das er sich mit der Durchführung des Festivals einlässt.

Die Künstlerinnen und Künstler, die auftreten, arbeiteten professionell, sagt Patrick Scherrer. Sie seien auf eine Hutspende angewiesen, denn Gage bekämen sich von den Organisatoren nicht. Das Buskers-Festival in St.Gallen ist eines der Ersten, das in Europa ausgetragen wird. Viele der 40 eingeladenen Musiker und Artisten aus Übersee nehmen es als Ausgangspunkt für ihre Europa-Tournee.

Zwei Tage lang Musik, Artistik und Streetfood

Das Strassenkunstfestival Aufgetischt findet am Freitag, 14 bis 24 Uhr, und am Samstag, 12 bis 24 Uhr, zum siebten Mal in der St.Galler Altstadt statt. Seine Premiere hatte es 2012 beim Gallusjubiläum; die Stadt erinnerte sich damals daran, dass ihr Namenspatron, der legendäre irische Wandermönch Gallus, sich vor 1400 Jahren im Steinach-Hochtal niedergelassen haben soll. "Aufgetischt" war ein Teil der Feierlichkeiten. Seither hat sich der anfänglich Gauklerfestival genannte Strassenkunstanlass entwickelt und trägt heute den Titel "Buskers-Festival". Für die Organisation ist der Verein Aufgetischt zuständig. Heute und morgen stehen über 300 freiwillige Helferinnen und Helfer im Einsatz. Im vergangenen Jahr lockte "Aufgetischt" bei wechselhaftem Wetter rund35'000 Zuschauer und Zuhörer in die Altstadt. Inzwischen hat sich "Aufgetischt" im Veranstaltungskalender der Gallusstadt etabliert. (dwi/vre)

www.aufgetischt.sg

Barbäuchig mit Fackeln auf dem Hochrad: Ausser am Strassenkunstspektakel "Aufgetischt" dürfte man so eine Szene auf dem St.Galler Klosterplatz nie erleben. (Bild: Benjamin Manser - 12. Mai 2017)

Barbäuchig mit Fackeln auf dem Hochrad: Ausser am Strassenkunstspektakel "Aufgetischt" dürfte man so eine Szene auf dem St.Galler Klosterplatz nie erleben. (Bild: Benjamin Manser - 12. Mai 2017)

Kate & Pasi am "Aufgetischt" 2017 bei der Zeitschriftenlektüre. (Bild: Ralph Ribi - 13. Mai 2017)

Kate & Pasi am "Aufgetischt" 2017 bei der Zeitschriftenlektüre. (Bild: Ralph Ribi - 13. Mai 2017)

Voll schrägt sind bei Cosmonautix am "Aufgetischt" 2017 nicht nur die Kostüme, sondern auch die Töne. (Bild: Ralph Ribi - 13. Mai 2017)

Voll schrägt sind bei Cosmonautix am "Aufgetischt" 2017 nicht nur die Kostüme, sondern auch die Töne. (Bild: Ralph Ribi - 13. Mai 2017)

Der Cirque du Botte-Cul war am "Aufgetischt" 2017 ein Liebling der Kinder. (Bild: Ralph Ribi - 13. Mai 2017)

Der Cirque du Botte-Cul war am "Aufgetischt" 2017 ein Liebling der Kinder. (Bild: Ralph Ribi - 13. Mai 2017)

El Diabolero am "Aufgetischt" 2013 voll in Aktion. (Bild: Benjamin Manser - 18. Mai 2013)

El Diabolero am "Aufgetischt" 2013 voll in Aktion. (Bild: Benjamin Manser - 18. Mai 2013)

Das Maxmaber Orkestar mit Mitgliedern aus Italien und Kroatien am "Aufgetischt" 2013. (Bild: Benjamin Manser - 18. Mai 2013)

Das Maxmaber Orkestar mit Mitgliedern aus Italien und Kroatien am "Aufgetischt" 2013. (Bild: Benjamin Manser - 18. Mai 2013)

Die Künstlerinnen und Künstler treten am "Aufgetischt" jeweils ohne Gage auf. Sie sind daher bei der Kollekte auf die Grosszügigkeit der grossen und kleinen Gäste angewiesen. Im Bild Belle Etage aus Österreich am "Aufgetischt" 2013. (Bild: Benjamin Manser - 18. Mai 2013)

Die Künstlerinnen und Künstler treten am "Aufgetischt" jeweils ohne Gage auf. Sie sind daher bei der Kollekte auf die Grosszügigkeit der grossen und kleinen Gäste angewiesen. Im Bild Belle Etage aus Österreich am "Aufgetischt" 2013. (Bild: Benjamin Manser - 18. Mai 2013)

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