STRASSEN: Den Stadtkern entlasten

Ende 2018 läuft das kantonale Strassenbauprogramm aus. Der Gossauer Stadtrat hat seine Projekte für das Programm 2019–2023 angemeldet.

Perrine Woodtli
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Der Stadtrat Gossau hat 18 Begehren für das nächste kantonale Strassenbauprogramm angemeldet. (Bild: Benjamin Manser)

Der Stadtrat Gossau hat 18 Begehren für das nächste kantonale Strassenbauprogramm angemeldet. (Bild: Benjamin Manser)

Perrine Woodtli

perrine.woodtli

@tagblatt.ch

Alle fünf Jahre gibt es ein neues kantonales Strassenbauprogramm. Ende 2018 läuft das 16. Programm aus. Bis Ende März konnten die Gemeinden ihre Begehren beim Kanton für das 17. Strassenbauprogramm eingeben. Dieses gilt für die Jahre 2019 bis 2023. Wie die Stadt Go­ssau gestern mitteilte, beantragt der Stadtrat, 13 Projekte aus dem aktuellen in das 17. Strassenbauprogramm zu übertragen. Dies, weil jene 13 Projekte nicht bis Ende 2018 ausgeführt werden können.

«Wieso ein Projekt nicht umgesetzt wird, ist die Angelegenheit des Kantons», sagt Stadtpräsident Alex Brühwiler. «Wir haben nur zu entscheiden, ob wir die Projekte weiterführen möchte oder nicht.» Dass zahlreiche Projekte jahrelang nicht umgesetzt werden, lässt sich auf die eingeschränkten Finanzmittel und Ressourcen zurückführen. Hinzu kommt, dass alle fünf Jahre Projekte von 77 St. Galler Gemeinden eingehen. «Das ist ein bunter Strauss von Projekten. Der Kanton muss abwägen, welche realisiert werden und welche warten müssen. Das ist verständlich: Es ist eine happige Angelegenheit», sagt Brühwiler.

Laut Kantonsingenieur Marcel John sind rund 1100 Begehren eingegangen. «Darunter sind zahlreiche Doppelungen. Ich denke, dass es nach dem Aussortieren rund 400 Vorhaben sind», sagt John. Davon könne der Kanton rund 90 Massnahmen als A-Priorität im Programm aufnehmen. Andere Projekte oder Studien werden mit der Priorität B (nicht so dringend) oder als weiteres Begehren eingestuft. Der Stadtrat hat fünf neue Projekte angemeldet. Dazu gehört ein Geh- und Veloweg entlang der Bischofszellerstrasse vom Lindenhof bis zur Hofackerstrasse in Arnegg. Weiter soll auf der Andwilerstrasse an der Grenze des Siedlungsgebietes eine Pförtneranlage erstellt werden. Laut Brühwiler soll eine Insel die Fahrgeschwindigkeit reduzieren und für höhere Sicherheit sorgen.

Im Januar hat das Stadtparlament dem Velo- und Gehweg vom Gröbliplatz bis zum Eichenkreisel zugestimmt. Die Entwicklungsstudie für die Gebiete Eichen und Sommerau veranlasst den Stadtrat nun, ein Betriebs- und Gestaltungskonzept für das Teilstück der Wilerstrasse zwischen der Bahnüberführung Moosburg und dem Eichenkreisel zu beantragen. «Täglich verkehren rund 18 000 Motofahrzeuge – darunter viele Lastwagen – auf diesem Abschnitt. Die Velofahrer weichen oft aufs Trottoir aus.» Ein offizieller Velo- und Gehweg sei daher umso wichtiger. Dafür soll die Strasse leicht verschmälert werden. Eine weitere Massnahme ist die Verbindung von der Industriestrasse zur Mooswiesstrasse. Diese Verbindung ist in Varianten für die Entlastung der St. Gallerstrasse als mögliches Strassenprojekt enthalten.

St. Gallerstrasse entlasten

Apropos St. Gallerstrasse. Der Stadtrat beantragt, dass aus dem laufenden Programm sämtliche bereits angemeldeten Projekte weitergeführt werden, die zur Entlastung der Strasse beitragen. Zur Verkehrsentlastung der St. Gallerstrasse selber gibt es ein eigenes Projekt. Dieses hat Priorität A. «Zum aktuellen Stand können wir voraussichtlich ab August informieren», sagt Brühwiler. Zweite Priorität hat auch ein Trottoir auf der Nordseite der Flawilerstrasse vom Gröbliplatz bis zur Bahnlinie.

Vervollständigt wird die Liste der Massnahmen durch Projekte aus dem Agglomerationsprogramm. Es handelt sich dabei um die Betriebs- und Gestaltungskonzepte für die Herisauerstrasse und die Bischofszellerstrasse in Arnegg sowie Velo- und Gehwege in gewissen Abschnitten entlang der St. Gallerstrasse und der Andwilerstrasse.