Stolz auf zehn Jahre Erfolg

Das Berufs- und Weiterbildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe (BZGS) feierte am Freitagnachmittag sein Zehn-Jahr-Jubiläum. Durch die Feier führte Rektor Rolf Sutter, für Lacher sorgte die Rede von Ludwig Hasler.

Simone Buff
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Auf zehn Jahre Zentrum für Gesundheit und soziale Berufe: Rektor Rolf Sutter und Esther Friedli, Generalsekretärin des Bildungsdepartements. (Bild: Urs Bucher)

Auf zehn Jahre Zentrum für Gesundheit und soziale Berufe: Rektor Rolf Sutter und Esther Friedli, Generalsekretärin des Bildungsdepartements. (Bild: Urs Bucher)

Pünktlich um 16.05 Uhr begrüsst Rektor Rolf Sutter die versammelten Fachfrauen und Fachmänner des Berufs- und Weiterbildungszentrums für Gesundheits- und Sozialberufe (BZGS) sowie die weiteren geladenen Gäste zur Zehn-Jahr-Feier. Die Stimmung in der Aula des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums wirkt locker, man wartet auf die Ansprachen der Jubiläumsredner. Markus Isenrich, Präsident der Berufsfachschulkommission, hält die erste Ansprache. Er lobt das Kostenbewusstsein des BZGS und bezeichnet es als «das Kompetenzzentrum für Gesundheit und Pflegeberufe», das «eine fundierte und seriöse Ausbildung» in zehn Berufsbildern biete. «Ein Nachschub an Betreuungskräften ist dringend gebraucht», meint er – denn der Arbeitsmarkt der Zukunft werde auch von Betreuern und Pflegefachleuten getragen werden. Ob dafür noch Änderungen nötig seien, werde sich zeigen.

Das erfolgreiche Nesthäkchen

Als Ersatz für den verhinderten Regierungspräsidenten Stefan Kölliker steht Esther Friedli, die Generalsekretärin des Bildungsdepartements, als zweite am roten, pfeilförmigen Rednerpult. Neben der HSG und der Kantonsschule Sargans, die dieses Jahr beide ihr 50jähriges Bestehen feierten, bezeichnet sie die BZGS als «das Nesthäkchen» unter den ostschweizerischen Schulen.

Die einzige Konstante in der Entwicklung des Zentrums für Gesundheits- und Sozialberufe sei die Veränderung – und das sei gut so. Denn wo früher noch das Rote Kreuz und die Spitäler für die Ausbildung im Gesundheitswesen zuständig gewesen seien, sind es heute das Bundesamt für Berufsbildung und die Kantone. Seit 2003 habe sich die Zahl der Lernenden von 112 auf über 2500 gesteigert, sagt Esther Friedli. Dazu kämen etwa 300 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. «Um zu wachsen, ist weiterhin eine weitsichtige Planung die Grundlage für eine erfolgreiche Schule.» Dank geht auch an die Lehrpersonen der ersten Stunde, die immer noch dabei sind. Rektor Sutter erhält von Friedli einen Volleyball als Geschenk: «Ein Steilpass des Bildungsdepartements», scherzt er.

Behinderungen beflügeln

Ob die Gäste wohl eher schmunzeln würden oder ob ihnen das Lachen im Halse stecken bleibe, fragt der Rektor, als er den Philosophen und Publizisten Ludwig Hasler auf die Bühne bittet. Dieser hinterfragt auch prompt, was das «wunderbare kantonale Reihenhaus» denn gebracht habe. Schliesslich sei heutzutage ja jeder fünfte depressiv und jeder zweite leide unter Stress. «Können wir uns anstrengen mit dem Pflegen und Betreuen und ändern aber doch nichts am Verhältnis von Gewinnern und Verlierern in unserer Gesellschaft?», fragt Hasler. Schliesslich müsse ja nicht jeder «stinknormal» sein. Ausserdem sollten nicht immer nur die Nachteile von Behinderungen gesehen werden. «Diese können lähmen, aber auch beflügeln.» Im Theater des Lebens wolle auch Gott Pannen sehen, sonst sei es doch nicht spannend.

Zu hinterfragen seien auch unsere heutigen Vorstellungen von Gesundheit: «Zu viel umsorgen ist der Terror der Normalität.» Ziel eines guten Betreuers sollte es laut Hasler vielmehr sein, sich selbst überflüssig zu machen, die Schwächeren zur Selbständigkeit zu ermutigen und sie mit der eigenen Lebensfreude anzustecken. Lacher erklingen aus dem Publikum, trotz Haslers Provokationen.

Teil der Festivitäten sind neben dem Jubiläumsanlass eine Projektwoche für Studierende und ein Personalanlass im September.