ST.MARGRETHEN: St.Margrethen-Präsident: "Es waren ja keine zehn Gipser aus Bosnien"

Die St.Galler Kantonspolizei hat fünf Spieler des FC St.Margrethen verhaftet. Die Männer sind bereits verurteilt und ausgeschafft worden. Präsident Natal Schnetzer sagt: "Die Spieler haben gar keinen Lohn erhalten."

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Der 2.-Liga-Kaderspieler Hamzic Elvir (Mitte) des FC St.Margrethen ist einer der vier Spieler, die des Landes verwiesen wurden. (Bild: Ralph Ribi)

Der 2.-Liga-Kaderspieler Hamzic Elvir (Mitte) des FC St.Margrethen ist einer der vier Spieler, die des Landes verwiesen wurden. (Bild: Ralph Ribi)

ST.MARGRETHEN. Bei den Fussballern handelt es sich um zwei Brasilianer und drei Bosnier im Alter von 20 bis 28 Jahren, wie die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen in einer Medienmitteilung schreibt. Gegen die Männer war auf Hinweis des St.Galler Migrationsamtes ermittelt worden, am 28. September verhaftete die Kantonspolizei vier der Fussballer an ihrem Wohnort.

300 Franken monatlich und eine Wohnung
"Ich kann bestätigen, dass es sich um unseren Club handelt", sagt Natal Schnetzer, Präsident des FC St.Margrethen, gegenüber www.rheintaler.ch. Aufgrund der geringen Summen, um die es gegangen sei, sei er sich nicht bewusst gewesen, dass die Spieler offiziell als Lohnarbeiter hätten angemeldet werden müssen. "Denn die Spieler haben keinen Lohn erhalten. Aus demselben Grund haben die Spieler keine Arbeits-, sondern nur Touristenvisa gehabt." Der FC St.Margrethen habe den Spielern lediglich eine Aufwandsentschädigung von monatlich 300 Franken bezahlt und eine Wohnung angemietet.

Natal Schnetzer, Präsident des FC St.Margrethen. (Bild: Yves Solenthaler)

Natal Schnetzer, Präsident des FC St.Margrethen. (Bild: Yves Solenthaler)

Es sei wichtig zu betonen, dass der Club keinen finanziellen Nutzen aus der Situation gezogen habe. "Es ist nicht so, wie wenn ein Bauherr zehn Gipser aus Bosnien in die Schweiz holt", sagt Schnetzer. Zudem habe er nicht aktiv nach den Spielern gesucht. "Sie sind uns angeboten worden."

Ermittlungen gegen die Verantwortlichen
Laut der Mitteilung sind die Männer wegen rechtswidrigem Aufenthalt und Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung bereits verurteilt worden, die Strafbefehle sind allerdings noch nicht rechtskräftig. Das Migrationsamt liess drei Bosnier und einen Brasilianer Ende der vergangenen Woche ausschaffen. Der zweite Brasilianer verliess die Schweiz selbständig. Alle fünf Ausländer wurden mit einer dreijährigen Einreisesperre belegt.

"Gegen die Verantwortlichen des Fussballvereins laufen derzeit polizeiliche Ermittlungen", heisst es in der Mitteilung weiter. Bestätigt sich der Verdacht, dass die Verantwortlichen Ausländer ohne Arbeitsbewilligung beschäftigt haben, müssen diese ebenfalls mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Aktuell am Tabellenende
Der FC St.Margrethen spielt in der 2. Liga Interregional. Aktuell steht der Club am Tabellenende. Nach acht Spielen stehen lediglich fünf Punkten auf seinem Konto. Noch vergangene Saison war der Club erstmals seit zwölf Jahren der beste des Rheintals gewesen. (tn)

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