St.Johann - Bauern überfallen Kloster mitten in der Messe

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Eine Wegstunde von Zwinglis Geburtshaus in Wildhaus entfernt stand das Kloster St. Johann. Mit der Ausbreitung der Reformation waren die Tage der toggenburgischen Klöster gezählt: Denn die Reformatoren lehnten die monastische Lebensweise als "unnütz" für die Gesellschaft und das eigene Seelenheil ab und lösten auch das Zölibat auf. Am Morgen des 14. Septembers 1528 waren die Benediktiner bereits bei der Messe, als unvermittelt etwa zwanzig Burschen aus der Umgebung die Kirche stürmten. Altäre, Bilder, die Orgel und Bücher wurden aus der Kirche entfernt und zerstört. Der Abt ergriff die Flucht. Während die Bevölkerung im Toggenburg die Entfernung der katholischen Kultgegenstände guthiess, wurde durch den Aufruhr der Zorn der Schwyzer entfacht, denen die der Reformation zugeneigten Toggenburger schone lange ein Dorn im Auge waren. Sie drohten mit Krieg, wogegen sich dann das reformierte Bern und Zürich wehrten. Die Toggenburger kamen schliesslich glimpflich davon. Erstens weil die Reformation zu dieser Zeit gesamteidgenössisch auf dem Vormarsch war, und zweitens weil die Tagsatzung mit entscheidenderen Geschäften konfrontiert war. Die Sache versandete. (hrt)

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