St.Georgen treibt's bunt

ST.GALLEN. Eigentlich ist Ashleymadison.com in einem verschwiegenen Geschäft tätig. Unter dem Motto «Das Leben ist kurz. Gönn dir eine Affäre» verkuppelt das Online-Portal Verheiratete, Verlobte und vermeintlich Verliebte «für diskrete Abenteuer».

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St.Gallen. Eigentlich ist Ashleymadison.com in einem verschwiegenen Geschäft tätig. Unter dem Motto «Das Leben ist kurz. Gönn dir eine Affäre» verkuppelt das Online-Portal Verheiratete, Verlobte und vermeintlich Verliebte «für diskrete Abenteuer».

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Und nun das: Das «weltweit grösste Fremdgehportal» verschickte gestern eine Mitteilung mit pikanten Informationen zum städtischen Fremdgehverhalten. An alle, die das Portal nutzen: Durchatmen, Namen wurden keine genannt. Dafür zeigt die Erhebung, dass 2596 Städterinnen und Städter auf dem Portal registriert sind. Ausserdem weiss Ashleymadison.com, wo genau die meisten Fremdgeher wohnen. «Klarer Anführer ist das Quartier St.Finden.» Aha. Das soll mal einer finden, dieses St.Finden. Egal, auf Platz zwei und drei folgen die Lachen und St.Jakob – wobei letzteres ja streng genommen kein Quartier ist.

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Solch falsche Bezeichnungen lassen Riethüsli-Bewohner kalt, denn die Erhebung zeigt, was sie längst wissen: Sie sind die Treusten der Stadt. Vielleicht sind sie auch einfach nicht so fahrlässig, das fremde Treiben auf dem Heim-PC zu arrangieren. Nebenan in St.Georgen werden sich die Nachbarn künftig hingegen etwas schärfer beobachten. Denn dort wohnen laut Ashleymadison die meisten untreuen Frauen: 45,3 Prozent. Von den registrierten St.Geörglern, nicht von allen. Stadtpräsident Thomas Scheitlin könnte daraus einen dieser Standortvorteile kreieren, die er so oft beschwört. Es bräuchte nur noch den passenden Werbespruch. Hier ein politisch völlig inkorrekter Vorschlag: «Mit Frauen aus St.Georgen vergessen Sie Ihre Ehe-Sorgen.» Die Affären würden die Logiernächte in den städtischen Hotels in ungeahnte Höhen treiben.

Tobias Hänni

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