St.Galler Volksschule soll sich verträglich entwickeln

ST.GALLEN. Der St.Galler Kantonsrat hat am Montag einen Bericht über die Zukunft der Volksschule beraten. Die Auslegeordnung, in der künftige Entwicklungen auf allen Schulstufen beschrieben werden, bekam vom Rat gute Noten.

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In welche Richtung soll es mit der Volksschule gehen? Die Frage sorgt immer wieder für heisse politische Diskussionen. (Bild: Mareycke Frehner)

In welche Richtung soll es mit der Volksschule gehen? Die Frage sorgt immer wieder für heisse politische Diskussionen. (Bild: Mareycke Frehner)

Mit dem Bericht "Pespektiven der Volksschule" hat die St.Galler Regierung Aufträge aus verschiedenen Vorstössen erfüllt. Sie zeigt darin auf, in welche Richtung sich die Schule entwickeln wird. Eine grosse Rolle spielt dabei der Lehrplan 21.

Statt der vom Kantonsrat abgelehnten Einführung der Basisstufe wird im Bericht das integrative Schulmodell ab dem ersten Kindergartenjahr empfohlen. Die Oberstufe soll schrittweise reformiert werden. Unter anderem ist eine Variante mit einer stärken Durchmischung von Real− und Sekundarschülern geplant.

Massnahmen gegen Überforderungen
In der Frühförderung soll die Kooperation auf allen Ebenen − kommunal, regional, kantonal − ausgebaut werden. Ziel ist es, den Zugang zu den Angeboten zu verbessern und die Qualität besser an die Bedürfnisse anzupassen.

Die im Lehrplan definierten Ziele für die musikalische Ausbildung könnten auch ohne das Zusatzangebot Musikalische Grundschule erreicht werden, heisst es im Bericht. Das Angebot solle aber beibehalten werden.

Weil es wegen der beiden Fremdsprachen Englisch (ab der dritten Klasse) und Französisch (ab der fünften Klasse) kritische Stimmen gegeben habe, sei eine Reihe von entlastenden Massnahmen in die Wege geleitet worden, um Überforderungen zu verhindern. Im Vordergrund stehe die Kommunikationsfähigkeit und weniger das formelhafte Lernen von Sprachen.

Verträgliche Modelle
In der Eintretensdebatte gab es einerseits Lob für den sorgfältigen Bericht. Es wurde aber auch kritisiert, dass Innovationen fehlten. Zudem gebe es darin einige blinde Flecken: Etwa bei der Schulaufsicht, stellten die Sprecher der Fraktionen von SP-Grüne und FDP fest.

In den letzten zehn Jahren sei man von interkantonalen Projekten "getrieben" gewesen, stellte Bildungschef Stefan Kölliker (SVP) fest. Man sehe nun im Bericht, dass es eigene Strategien gebe, die verfolgt würden: Man wolle Modelle und Varianten, "die für unseren Kanton verträglich sind", so Kölliker. (sda)