St.Galler Student wegen Prüfungsbschiss bestraft

ST.GALLEN. Ein Student der Fachhochschule St.Gallen (FHS) hat sich illegal in Computer von Dozenten eingeloggt, um sich die Lösungen von Prüfungen zu beschaffen. Der Schwindel flog jedoch auf, und der Student erhielt als Quittung für sein unredliches Tun einen Strafbefehl.

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Nicht jeder, der Prüfungen ablegt, tut dies redlich. (Bild: Archiv/Fotolia (Symbolbild))

Nicht jeder, der Prüfungen ablegt, tut dies redlich. (Bild: Archiv/Fotolia (Symbolbild))

Unbefugtes Eindringen in ein Datenverarbeitungssystem, lautet der Straftatbestand. Der Staatsanwalt brummte dem Studenten eine bedingte Geldstrafe von 1800 Franken (60 Tagessätze zu 30 Franken) und eine Busse von 300 Franken auf. Zusätzlich muss er die Kosten des Strafverfahrens bezahlen, total rund 2500 Franken.

Laut dem Strafbefehl werden auch das Netbook des Studenten, eine Festplatte und ein sogenannter Keylogger eingezogen und vernichtet. Den Keylogger hatte der Student heimlich an einem Dozenten-PC installiert und auf diese Weise Benutzernamen und Passwörter ausspioniert. Danach loggte er sich mit seinem Netbook in die Konten der Dozenten ein und beschaffte sich die Musterlösungen von Prüfungen in verschiedenen Fächern. Teils benützte er Räume der FHS für sein verbotenes Tun, teils operierte er von zu Hause aus.

Mit Note eins bestraft
Doch die Verantwortlichen der FHS kamen ihm auf die Schliche: Die Konsequenzen waren eine Note 1 in der Zwischenprüfung, disziplinarische Massnahmen und eine Strafanzeige. Während des Strafverfahrens verbrachte der junge Mann zwei Tage in Untersuchungshaft.

Im Januar 2015 erhielt er vom Staatsanwalt den Strafbefehl. Diesen focht er an, so dass der Fall ans Kreisgericht St.Gallen überwiesen wurde. Vor der Gerichtsverhandlung, die Ende Mai hätte stattfinden sollen, zog der Student seine Einsprache aber zurück.

Student weiter an der FHS
Sein Studium an der FHS in St.Gallen durfte er fortsetzen, wie bei der Schule zu erfahren war. Weitere Unredlichkeiten darf sich der Student aber nicht leisten, sonst müsste er mit einem Ausschluss rechnen. Die St.Galler FHS hat aus dem Fall Lehren gezogen, wie eine Verantwortliche auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda erklärte. Es seien Massnahmen ergriffen worden, um ein derartiges Vorgehen in Zukunft zu verunmöglichen. (sda)

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