St.Galler sind die Besten

Die St.Galler Jagdhornbläsergruppe Weiherweid ist zum dritten Mal Schweizer Meister. Die Konkurrenz hat sie deutlich hinter sich gelassen. Noch vor wenigen Jahren hat nichts auf diese Erfolge hingedeutet.

Christoph Renn
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Die Bläser der St. Galler Gruppe Weiherweid haben mit ihrem Auftritt auf dem Münsterhof in Zürich überzeugt. (Bild: PD)

Die Bläser der St. Galler Gruppe Weiherweid haben mit ihrem Auftritt auf dem Münsterhof in Zürich überzeugt. (Bild: PD)

Christoph Renn

christoph.renn@tagblatt.ch

Die Anspannung steigt. Die Mitglieder der Jagdhornbläser Weiherweid stellen sich auf dem Münsterhof in Zürich auf. Sie erhalten das Startsignal und beginnen ihre Lieder vorzutragen. Und das machen sie ausgezeichnet. Sie stechen alle Konkurrenten am 30. Eidgenössischen Jagdhornbläserfest in Zürich aus. Die St.Galler sind Schweizer Meister, bereits zum dritten Mal nach den Titeln von 2011 und 2013. Und die Schweizer Meisterschaft läuft noch besser für die Ostschweizer. In der neuen Kategorie Quartette landet der St.Galler Verein ebenfalls zuoberst auf dem Podest.

Noch 2009 hat nicht viel auf diese Erfolge hingedeutet, wie Roman Schmid, seit 1984 musikalischer Leiter des Jagdhornbläservereins Weiherweid, sich erinnert. «Bei unserer damaligen Teilnahme an der Schweizer Meisterschaft in Baden haben wir das Feld noch von hinten angeführt.» Diese Niederlage wollten die Bläser nicht einfach hinnehmen. Seither hätten sie ihr Engagement für die Gruppe erhöht und damit ihr musikalisches Niveau stetig gesteigert. «Wir üben mindestens einmal in der Woche.» Nun haben sich die ­Anstrengungen ausbezahlt: «Mit insgesamt 1038 Punkten haben wir die Zweitplatzierten um ­ 25 und die Drittplatzierten um über 100 Punkte distanziert», sagt Schmid. Bei den Juroren – allesamt Berufsmusiker – haben die Jagdhornbläser Weiherweid mit der Dynamik, der Interpretation der Stücke und dem Gesamteindruck gepunktet. «Zudem haben wir im Vergleich zu anderen Gruppen alle Lieder auswendig vorgetragen.» Die Kommentare der Juroren waren denn auch voller Lob: «Fantastisch kraftvoll, bravo» oder «so macht Zuhören Spass», schrieben sie auf den Bewertungsbogen.

Die St.Galler waren die jüngsten

Bei der Jagdhornbläsergruppe Weiherweid sind elf von zwölf Teilnehmern an der Schweizer Meisterschaft aktive Jäger. Das ist laut Schmid nicht bei allen Gruppen so. «Es dürfen zwei Nicht-Jäger in jeder Gruppe mitspielen.» Für sie sei jedoch klar, das mitkommt, wer auch der Gruppe angehört. «Der jüngste Erfolg hat uns Recht gegeben», sagt Schmid. Überraschend sei der klare Sieg auch deshalb, weil die St.Galler Gruppe im Vergleich den tiefsten Altersdurchschnitt habe. Wie andere Vereine haben auch die Jagdhornbläser Probleme, Nachwuchs zu finden. «Vor einigen Jahren hatten wir sehr wenig neue Mitglieder. Nun zeichnet sich jedoch ein Aufwärtstrend ab.» Bei ihnen sei jeder Jäger willkommen, der das Jagdhornspielen lernen wolle. «Es sind keine Vorkenntnisse nötig. Nur die Freude an der Musik müssen sie mitbringen», sagt Schmid.

Von der Militär- zur Jagdmusik

Die Freude an der Musik war es, die auch Roman Schmid zum Jagdhornbläserverein gebracht hat. «Ich wurde angefragt, ob ich aushelfen könnte», erzählt Schmid. Nach rund einem Jahr habe er dann 1984 das Ruder als musikalischer Leiter und Dirigent der Gruppe Weiherweid übernommen. Sein musikalisches Korsett hat Schmid in der Militärmusik erhalten.

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