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ST.GALLER MARKTPLATZ: Alte Streitpunkte, neue Lösungen

Am Mittwoch ist das Partizipationsverfahren für die Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt in die heisse Phase getreten. Knackpunkte bleiben die ÖV-Haltestellen und der ständige Markt.
Reto Voneschen
Umstritten bleibt bei der Marktplatz-Neugestaltung der Standort der ÖV-Haltestellen. Im Bild die Fahrgastinformation in der Calatrava-Wartehalle. (Bild: Ralph Ribi)

Umstritten bleibt bei der Marktplatz-Neugestaltung der Standort der ÖV-Haltestellen. Im Bild die Fahrgastinformation in der Calatrava-Wartehalle. (Bild: Ralph Ribi)

Reto Voneschen

reto.voneschen@tagblatt.ch

Die attraktive Neugestaltung des zentralen öffentlichen Raums in der St. Galler Altstadt braucht ihre Zeit. Die ersten Anläufe dafür haben die Stimmberechtigten 2011 und 2015 versenkt. Zuerst war das Gesamtpaket überladen. Dann brachte es angesichts hoher Kosten für Sanierungen, die so oder so auszuführen sind, wohl eher zu wenig Neues. Und es waren nicht alle Interessengruppen bei der Erarbeitung begrüsst worden: Die Enttäuschung der Händler des ständigen Marktes darüber war ein Faktor fürs Nein an der Abstimmungsurne.

Interessengruppen und Öffentlichkeit reden mit

Diesen Fehler will die Stadt nicht nochmals machen. Für den dritten Anlauf zur Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt wurde ein Verfahren aufgegleist, das Vertreterinnen und Vertretern von Interessengruppen und der Öffentlichkeit erlaubt, Ideen ins Projekt einzubringen und bei dessen Erarbeitung ein Wörtchen mitzureden.

Der erste Anlass des «Forum Marktplatz» fand am Mittwoch von 16 bis 22 Uhr statt. Daran nahmen im Waaghaus über 80 Personen teil. Nach einer Einführung in Ziele und Rahmenbedingungen wurden gruppenweise zentrale Fragen der Neugestaltung bearbeitet und diskutiert. Dabei wurde herauskristallisiert, in welchen Punkten breite Einigkeit besteht und in welchen Fragen die Meinungen weiterhin auseinander gehen.

ÖV-Korridor und Autofreiheit

Gezeigt habe sich etwa, dass ein Konsens bestehe, dass es quer über die Freifläche einen minimalen Korridor für den öffentlichen Verkehr brauche, zog Stadtplaner Florian Kessler am Donnerstag im Gespräch eine erste Bilanz. Die Idee eines ÖV-Tunnels unter dem Platz sei in der Diskussion auch aufgetaucht. Breiter Konsens besteht gemäss Kessler auch darüber, dass Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt autofrei sein sollen.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer am ersten Forum wünschen sich einen grosszügigen Platz, der Zentrumsfunktionen wahrnehmen kann. Er soll zudem lebendig und ein Treffpunkt sein. Ebenfalls breit gewünscht werden Möglichkeiten für kulturelle Aktivitäten in diesem Bereich.

Eine Mehrheit der Forumsteilnehmer sprach sich gemäss Florian Kessler gegen eine Markthalle auf dem Platz aus. Ob es weiter einen ständigen Markt im St. Galler Stadtzentrum geben soll, blieb dagegen am Mittwoch umstritten. Ebenfalls, wo dieser Markt unterzubringen wäre, falls er weitergeführt würde.

Uneins war sich das Forum am Mittwoch bezüglich der Organisation der ÖV-Haltestellen. Was nicht überrascht. Diese Frage war schon in den ersten beiden Abstimmungskämpfen heftig diskutiert worden.

Das Projekt von 2011 sah die Verschiebung der Haltestellen für beide Fahrtrichtungen vom Bohl auf den Marktplatz auf Höhe von Rondelle und Café Pfund vor, verbunden mit dem Abbruch der Calatrava-Wartehalle. Das Projekt von 2015 wollte nur noch die Haltestelle vor dem «Hecht» vors «Pfund» verschieben. Jene stadtauswärts im «Calatrava» hätte bleiben sollen, wo sie ist.

Ebenfalls unterschiedliche Meinungen gab’s gemäss Stadtplaner Kessler am ersten Forumsanlass darüber, was mit der Rondelle geschehen soll, wie viele Bäume es auf der Freifläche braucht und wie man das Erdgeschoss des Waaghauses am besten nutzen könnte.

Erwartungen der Mehrheit wurden erfüllt

Florian Kessler ist mit dem Verlauf und den Resultaten des ersten Forums zufrieden. Das Gesprächsklima sei offen, die Stimmung kritisch-konstruktiv gewesen. Wertvoll sei auch gewesen, die Argumente hinter der einen oder anderen Haltung zu sehen und nachvollziehen zu können. In erfreulich vielen Punkten herrsche Übereinstimmung. An anderen Punkten werde man noch arbeiten müssen. Die Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich zufrieden mit dem Anlass. Ihre Erwartungen waren gemäss Schlussumfrage ganz oder teilweise erfüllt worden. Einzelne waren mit dem Resultat nicht zufrieden.

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