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ST.GALLER ALTSTADT: Kopfzerbrechen wegen Lädeli, die ins Internet abwandern

Das Internet macht auch den Geschäften in der St.Galler Innenstadt das Leben schwer. Hat der Stadtrat eine Strategie gegen die Folgen der Digitalisierung? Das wollen die Grünen und Jungen Grünen wissen.
Reto Voneschen
In der Altstadt – im Bild der Marktplatz – sollen oberirdische Parkplätze verschwinden. Das löst beim Gewerbe Ängste aus, ist aber nach Meinung von Grünen und Jungen Grünen nicht die grösste Gefahr für eine lebendige Innenstadt. (Bild: Michael Canonica und Benjamin Manser (2. Februar 2017))

In der Altstadt – im Bild der Marktplatz – sollen oberirdische Parkplätze verschwinden. Das löst beim Gewerbe Ängste aus, ist aber nach Meinung von Grünen und Jungen Grünen nicht die grösste Gefahr für eine lebendige Innenstadt. (Bild: Michael Canonica und Benjamin Manser (2. Februar 2017))

Reto Voneschen

reto.voneschen@tagblatt.ch

Derzeit wird in St.Gallen fleissig über die Mobilitäts-Initiative diskutiert. Und auch an einer ersten Podiumsdiskussion Anfang Woche war eines der gewerblichen Standardargumente gegen Beschränkungen für den Autoverkehr zu hören: Fehlende Parkplätze und die Behinderung der Autozufahrt seien massgeblich verantwortlich dafür, dass Geschäfte in der Innenstadt verschwänden, sich der Branchenmix negativ entwickle und erschreckend viele Ladenflächen leer stünden. Wenn sogar Ketten wie «Ex Libris» am Marktplatz mangels Parkplätzen dicht machen müssten, gebe das zu denken, sagte beispielsweise FDP-Stadtparlamentarier Remo Daguati. Er vergass dabei vielleicht, dass die Parkplätze auf dem Marktplatz und auch jene auf dem Trottoir unmittelbar vor dem «Ex Libris» zwar mit der Marktplatz-Neugestaltung verschwinden sollen, aber noch nicht aufgehoben sind.

Viele Gründe führen zum Lädelisterben

Bereits an der Podiumsdiskussion vom Montag im Waaghaus wurde der FDP-Politiker von links darauf aufmerksam gemacht, dass das Sterben der mittleren und kleinen Läden in der Altstadt und in den Quartieren verschiedenste Gründe habe. So boome gerade der Buchhandel, aber nicht nur dieser, im Internet. Zudem seien Ladenmieten für Branchen mit eher kleiner Wertschöpfung in der Altstadt inzwischen zu hoch. Dazu komme der Einkaufstourismus ins nahe Ausland. Und einige alteingesessene Geschäfte seien auch schlicht und einfach am Nachfolgeproblem gescheitert.

An der ersten Parlamentssitzung im laufenden Jahr hat die Fraktion von Grünen und Jungen Grünen am Dienstag einen Vorstoss eingereicht, der die Folgen des Onlinehandels auf die Geschäfte der Innenstadt und damit auf die Stadtplanung zum Thema macht. Dass die Einreichung der Interpellation mitten in die Diskussion über die Mobiltäts-Initiative platze, sei Zufall, sagt Basil Oberholzer, Stadtparlamentarier und Kantonsrat der Jungen Grünen, auf Anfrage. Mit diesem Vorstoss wolle man nicht Abstimmungskampf in Hinblick auf den kommenden 4. März machen. Es gehe da vielmehr um ein Thema, das in den nächsten Jahren all jene beschäftigen müsse, denen eine lebendige Altstadt wirklich am Herzen liege.

Die Digitalisierung und die Verlagerung eines Teils des Detailhandels ins Internet steht gemäss Oberholzer erst am Anfang. Genau wie die Debatte darüber. Auf die Städte komme eine Entwicklung zu, neben der sich das Verkehrsargument fürs Lädelisterben klein ausnehmen werde. Es sei absehbar, dass der Onlinehandel – zusammen mit anderen Faktoren wie steigenden Mietpreisen – zu einem Strukturwandel führe. Und dieser werde Auswirkungen auf die Ladenzahl und den Branchenmix und damit auf die Attraktivität und die Anziehungskraft der Innenstadt haben.

Mit Fragen eine Diskussion anstossen

Fertige Antworten, wie man dieser Entwicklung in der Stadtplanung mit konkreten Massnahmen begegnen könnte, haben auch die Grünen und die Jungen Grünen keine. Mit ihren Interpellationsfragen wollen sie gemäss Basil Oberholzer einen Impuls für eine Diskussion geben. Parlament, Stadtrat und Verwaltung müssten sich zu diesem Thema rechtzeitig Gedanken machen. Auch in anderen Schweizer Städten sei die Diskussion über das komplexe, fürs Überleben der Innenstädte aber zentrale Thema gestartet. Ob jemand schon eine konkrete Strategie für den Umgang damit habe, sei ihm aber auch von Berufes wegen nicht bekannt, sagt Ökonom Basil Oberholzer.

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