ST.GALLEN: Zu wenig Mieter: Spisermarkt wird später eröffnet

Der umgebaute Spisermarkt hätte im Dezember wiedereröffnet werden sollen. Die Eigentümerin verschiebt die Eröffnung nun auf März 2017. Grund dafür ist unter anderem die harzige Suche nach Mietern.

David Gadze
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Wegen der langwierigen Suche nach geeigneten Mietern verzögern sich im Spisermarkt auch die Umgestaltungsarbeiten. (Bild: Ralph Ribi)

Wegen der langwierigen Suche nach geeigneten Mietern verzögern sich im Spisermarkt auch die Umgestaltungsarbeiten. (Bild: Ralph Ribi)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Das Weihnachtsgeschäft kurbelt die Umsätze des Detailhandels kurz vor Jahresende nochmals richtig an. Deshalb war vorgesehen, den nach rund zweijähriger Bauzeit komplett umgebauten Spisermarkt im Dezember wiederzueröffnen. Doch daraus wurde nichts: Wie die Eigentümerin, die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva, mitgeteilt hat, öffnet das Einkaufszentrum erst im März seine Türen.

Der Termin für die Wiedereröffnung im Dezember dieses Jahres sei zu Projektbeginn als Ziel definiert worden, sagt Mediensprecher Takashi Sugimoto. «Dass sich der Termin bei einem Projekt dieser Grössenordnung und Komplexität etwas verschieben kann, ist nicht ungewöhnlich.» Aufgrund des Stands der Umbauarbeiten, der Mietersuche und der Bewilligungsverfahren für die Ausbauten der Verkaufsflächen habe die Suva entschieden, dass ein sinnvoller Eröffnungstermin der 1. März 2017 sei. Es sei jedoch richtig, dass letztlich die schleppende Suche nach Mietern und die daraus resultierenden Verzögerungen beim Ausbau der Ladenflächen für die Terminverschiebung verantwortlich seien, räumt Sugimoto ein.

Lieber später als halbleer eröffnen?

Der Verdacht liegt also nahe, dass die Suva nicht gerade aufs Weihnachtsgeschäft hin ein noch gut zur Hälfte leeres Einkaufszentrum eröffnen wollte, in dem dazu noch gebaut wird. Denn noch Anfang Oktober bestätigten die Verantwortlichen den ursprünglichen Eröffnungstermin. Bisher sind erst die Modegeschäfte Camp David und Zebra sowie der Game- und Filmladen von Gamestop und Zing als neue Mieter bestätigt. Zudem wird in die Verkaufsfläche von Camp David ein Soccx-Geschäft integriert. Verhandlungen mit weiteren Interessenten stünden jedoch kurz vor dem Abschluss, sagt Sugimoto. Namen könnten aber noch nicht kommuniziert werden. Immerhin scheint die Suva bei der Suche nach einem Mieter für die grosse Verkaufsfläche im Untergeschoss, die für einen Detaillisten vorgesehen ist, fündig geworden zu sein. Auch hier seien die Verhandlungen weit fortgeschritten, sagt Sugimoto. «Sobald die Verträge unterzeichnet sind, werden wir dies in Absprache mit dem Mieter kommunizieren.» Nach Unterzeichnung der kurz vor Abschluss stehenden Mietverträge blieben im Erdgeschoss aktuell noch rund 300 Quadratmeter Ladenfläche offen sowie im Untergeschoss noch zwei «kleinere» Restflächen.

Kein Attraktivitätsnachteil gegenüber Multergasse

Doch warum hat die Suva so grosse Mühe, Mieter für ein frisch renoviertes Einkaufszentrum in der Altstadt zu finden? «Die Interessenten prüfen aufgrund der veränderten Marktlage im Einzelhandel einen Standort noch genauer», sagt Sugimoto. Dies erfordere entsprechend Zeit. Einen Attraktivitätsnachteil gegenüber der Multergasse oder der Neugasse habe der Spisermarkt jedoch nicht: Mit seiner direkten Anbindung an das Parkhaus und dem aktuellen Ausbau biete die Suva «attraktive Ladenflächen».