ST.GALLEN: Zu viel gejagt, doch Luchse im Toggenburg bleiben geschützt

Die St.Galler Regierung hat eine Petition beantwortet, in der Jäger aus dem Toggenburg die «Regulierung» der geschützten Luchspopulation verlangen. Es würden zu viele Rehe und Gämsen gerissen. Die Regierung verweist unter anderem auf laufende Umsiedlungsprojekte.

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Unter Toggenburger Jägern macht sich Unmut breit über den Luchs: Er hat viele Rehe und Gämsen gerissen. (Bild: Daniel Hubacher/Symbol)

Unter Toggenburger Jägern macht sich Unmut breit über den Luchs: Er hat viele Rehe und Gämsen gerissen. (Bild: Daniel Hubacher/Symbol)

In der im Februar eingereichten Petition der Jägerschaft aus dem Toggenburg wird «eine allzu grosse Zunahme der Luchspopulation» beklagt. Sie habe zu einer Dezimierung der Bestände an Rehen und Gämsen geführt, heisst es im Begehren. Unmut mache sich breit.

Zwar sei vorgesehen, Luchse einzufangen und umzusiedeln. «Eine gezielte populationsgerechte Bejagung durch bewilligte Abschüsse wäre aber mit Sicherheit eine bessere Lösung», so die Forderung.

Nicht allein der Luchs

Die Regierung stellt in ihrer Antwort fest, der Luchs habe wie erwartet die Reh- und Gamsbestände beeinflusst und in einigen Gebieten «zu einer deutlichen Bestandesreduktion» geführt.

Die Situation im Obertoggenburg gehe aber nicht allein auf den Luchs zurück: Verlustreiche Winter, Krankheiten und die zunehmende Konkurrenz durch den Rothirsch setzten Gämsen und Rehen ebenfalls zu.

Keinen Zusammenhang habe die Luchspopulation auf die Steinbock-Kolonie im Speergebiet: Der Luchs sei kein Steinbockjäger, sondern ernähre sich zu 90 Prozent von Rehen und Gämsen im Wald.

Die Regierung verweist auf die laufende Revision des eidgenössischen Jagdgesetzes, das man abwarten wolle. Ein Umsiedlungsprojekt des Bundesamtes für Umwelt habe zudem bereits begonnen: Am 8. April sei in Nesslau ein erwachsenes Luchsweibchen eingefangen und nach Deutschland in den Pfälzerwald umgesiedelt worden. Im kommenden Winter sollen weitere Luchse aus dem Kanton St.Gallen folgen.