ST.GALLEN: Wildpark wird aufgefrischt

Seit bald 125 Jahren beherbergt der Wildpark Peter und Paul heimische Tiere. Das Naherholungsgebiet wird auf das Jubiläum hin im nächsten Jahr saniert. 500'000 Franken kosten die 15 Projekte.

Kathrin Reimann
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Die einsturzgefährdete Futterkrippe wird ersetzt (oben), die alten Zäune werden durch neue ersetzt (Mitte), und im Bereich auf dem unteren Bild entsteht ein Walderfahrungsplatz. (Bild: Michel Canonica)

Die einsturzgefährdete Futterkrippe wird ersetzt (oben), die alten Zäune werden durch neue ersetzt (Mitte), und im Bereich auf dem unteren Bild entsteht ein Walderfahrungsplatz. (Bild: Michel Canonica)

ST.GALLEN. Am 1. Mai 1892 wurde er eröffnet, der Wildpark Peter und Paul im östlichen Rotmonten. Bereits damals mit denselben Tierarten wie heute. «Neun heimische Wildarten waren untergebracht, nur waren es damals bedeutend weniger Tiere», sagt Paul Odermatt, Präsident der Wildparkgesellschaft. Und auch der Park sei dank Unterstützern aus privaten und öffentlichen Kreisen sowie einem ehrenamtlichen Vorstand stetig gewachsen.

Der Idee der Gründer sei man dennoch stets treu geblieben: Kein zoologischer Garten mit exotischen Tieren, sondern eine Gelegenheit für Mitbürger und die Jugend, heimische Tiere in naturnaher Umgebung zu beobachten. Dass das beliebte und bekannte Naherholungsgebiet etwas in die Jahre gekommen ist, lässt sich nicht leugnen. Zwar wurden immer wieder kleinere und grössere Sanierungen und Erneuerungen im Wildpark vorgenommen. Bis zur 125-Jahr-Jubiläumsfeier vom 1. Mai 2017 sollen aber insgesamt 15 neue Projekte umgesetzt werden. Bis vor kurzem lagen die entsprechenden Pläne beim Amt für Baubewilligungen auf. Nun sind sie beim Kanton. «Wir rechnen aber damit, dass wir in 14 Tagen mit den Arbeiten beginnen können», sagt Odermatt.

15 ambitionierte Projekte zum Jubiläum

Wirklich sichtbar werden die vielen Vorhaben für den Wildpark-Besucher an den wenigsten Orten sein: «Wir bauen vor allem zum Wohle der Tiere und zur Entlastung der Angestellten um.» Denn die beiden Wärter, Walter und Regula Signer, seien durch die vielen Führungen und Vorträge vor Schulklassen oder in Heimen stark ausgelastet. «Alle Projekte kosten zusammen 500 000 Franken», sagt Odermatt. Dank der Unterstützung von Privaten, Unternehmen, Stiftungen, Organisationen und Gemeinden habe man den Betrag allmählichen zusammen. «Viel ist zusammengekommen, wir sind aber auf weitere Summen angewiesen.»

Der «grösste Lupf» der Jubiläumsprojekte ist der Neubau der Verbindung zwischen Damhirschgehege und Wechselgehege durch die Erstellung eines Wildwechsels. Dieser Tunnel führt unter dem bestehenden Weg hindurch. Mit diesem sollen Stresssituationen bei Tieren vermieden werden. Parkbesucher werden dadurch nicht mehr von der Wegsperrung betroffen sein. 135 000 Franken kostet das Projekt. Zugesichert wurde der Betrag von der Stadt St. Gallen. «Er muss zwar noch vom Stadtrat bewilligt werden, wir rechnen aber fest damit», sagt Odermatt, der festhält, dass kein Projekt in Angriff genommen wird, bevor die Mittel dafür nicht definitiv zusammengekommen sind. «Wir haben jährliche Betriebskosten von rund 330 000 Franken, diese dürfen vom Aufwand für die Jubiläumsprojekte nicht tangiert werden.»

Ein weiteres Projekt sieht die Renaturierung des Bachlaufs vor. Dadurch soll das Wildpark-Gebiet ökologisch wie auch ästhetisch aufgewertet werden. Auch werden die Wegführung und die in die Jahre gekommenen Zäune erneuert. Dadurch soll der Besucher die Tiere besser wahrnehmen können. Dazu trägt auch eine neue Aussichtsplattform mit Seesicht bei; diese soll nicht nur zum Verweilen einladen, sondern dem Besucher auch Information bieten.

Dreitägiges Fest ohne Rambazamba

«Mit dem Bau einer neuen Futterkrippe im Sikahirschgehege können wir die Angestellten entlasten», sagt Odermatt. Denn die alte Krippe sei nicht nur einsturzgefährdet, sondern bei feuchter Witterung auch nur zu Fuss zu erreichen. Für Kinder wird ein neuer Bereich zum Spielen beim Murmeltierplatz entstehen, dort werden neue Sitz- und Kletterstämme plaziert. Ausserdem soll ein Walderfahrungsplatz den Kindern dazu dienen, Hütten zu bauen und auf Holz zu balancieren und zu klettern. Auch der Waldbestand wird aufgeforstet, und die alten Mauern werden saniert. Der Park soll trotzdem jederzeit zugänglich sein.

Nebst den Projekten vor Ort sieht das Jubiläumsprogramm auch ein Jubiläumsbuch, eine neue Homepage sowie eine Wildpark-App vor. Alle Projekte sind auf der Homepage einsehbar. «Wir werden für die Parkbesucher im nächsten Mai ein dreitägiges Jubiläumsfest organisieren», sagt Odermatt. Selbstverständlich ohne Rambazamba, sondern in zurückhaltender und natürlicher Wildpark-Manier.

www.wildpark-peterundpaul.ch