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ST.GALLEN: Was in der Stadt kreucht und fleucht

Wenn es dunkel wird, gehen sie auf die Pirsch, jene Wildtiere, die im Siedlungsraum leben. Die Aktion Stadtwildtiere spürte den vierbeinigen St.Gallern nach. Mit Fotofallen und überraschenden Resultaten.
Reto Voneschen
Ein Fuchs interessiert sich zu später Stunde für einen Gartensitzplatz an der Lilienstrasse. (Bild: pd)

Ein Fuchs interessiert sich zu später Stunde für einen Gartensitzplatz an der Lilienstrasse. (Bild: pd)

ST.GALLEN. Füchse, so die Bestätigung einer bekannten Tatsache, sind die häufigsten grossen Wildtiere im Siedlungsgebiet der Stadt St.Gallen. Dachse kommen überraschend häufig vor; sie sind bis an den Rand der Altstadt unterwegs. Rehe sind Stadtrandbewohner. Zu Besorgnis geben zwei kleinere Wildtierarten Anlass: Igel kommen in der Gallusstadt erstaunlich selten vor. Auch Eichhörnchen werden seltener beobachtet, als Fachleute erwartet haben.

Ein Fuchs interessiert sich zu später Stunde für einen Gartensitzplatz an der Lilienstrasse. (Bild: pd)

Ein Fuchs interessiert sich zu später Stunde für einen Gartensitzplatz an der Lilienstrasse. (Bild: pd)

Das sind knapp zusammengefasst die Erkenntnisse einer Untersuchung der Aktion Stadtwildtiere St.Gallen. Sie basieren einerseits auf Beobachtungen, die Bewohnerinnen und Bewohner im Internetauftritt der Aktion seit 2015 gemeldet haben. Anderseits wurde den Wildtieren von Mai bis September 2016 mit Fotofallen nachgespürt. Die Auswertung von Meldungen und Bildern liegt jetzt vor.

Beobachtungen und Fotos von Wildtieren analysiert

Seit Mai 2015 haben St.Gallerinnen und St.Galler 217 Beobachtungen von Fuchs, Dachs, Reh, Igel und Eichhörnchen gemeldet. Vom 3. Mai bis 14. September diesen Jahres wurden zusätzlich an 73 Stellen verteilt über die ganze Stadt Fotofallen aufgestellt. Dabei handelt es sich um mit einem Bewegungsmelder ausgerüstete Kameras mit Infrarot-Blitz. Montiert wurden sie hauptsächlich in Privatgärten.

Ein Marder in einem Gartenbeet an der Lilienstrasse. (Bild: pd)

Ein Marder in einem Gartenbeet an der Lilienstrasse. (Bild: pd)

Die Fotofallen waren pro Standort 7 bis 14 Tage im Einsatz. Insgesamt aktiv waren sie an 790 Tagen. Dabei lösten sie 4607mal aus, wobei auf 1637 Bildern keine Tiere zu sehen waren. Auf 260 Bildern gab's dagegen Füchse, auf 106 Dachse, auf 810 Igel, auf 20 Rehe, auf 44 Marder, auf fünf Mäuse und auf neun Amseln zu bewundern. Teilweise wurden dabei einzelne Exemplare mehrfach abgelichtet. An 29 Standorten wurden Füchse, an 18 Standorten Dachse, an nur elf Standorten Igel und an vier Standorten Rehe nachgewiesen. Keine Bilder aus den Fotofallen gab's von Eichhörnchen.

Gingen diesen Sommer auch immer wieder in die Fotofalle: eine Hauskatze an der Metallstrasse. (Bilder: PD/Aktion Stadtwildtiere St. Gallen)

Gingen diesen Sommer auch immer wieder in die Fotofalle: eine Hauskatze an der Metallstrasse. (Bilder: PD/Aktion Stadtwildtiere St. Gallen)

Welche Probleme hat der Igel mit dem Stadtleben?

Die Fachleute der Aktion Stadtwildtiere beschäftigen vor allem die Resultate für Igel und Eichhörnchen. Beide Arten sind in der Stadt St.Gallen weniger stark verbreitet als ursprünglich gedacht. Dass die Zahl der Igel abnimmt, war allerdings in den letzten Jahren auch in anderen Städten, insbesondere in Zürich, zu beobachten. Die Ursachen dafür sind nicht erforscht. Die Aktion Stadtwildtier will ihnen bei einer nächsten Schwerpunktaktion deshalb nachgehen.

Mögliche Ursachen für die Abnahme der Zahl der Igel in der Stadt gibt es verschiedene. Ein hohes Verkehrsaufkommen, der Einsatz von Giften im Garten, der Einsatz von Motorsensen und Mährobotern, die bauliche Verdichtung und die zunehmende Bodenversiegelung, Fallen wie steilwandige Schwimmbecken und Gartenteiche oder die Zunahme der Dachspopulation können dazu beigetragen haben. Dass die Zahl der Eichhörnchen abnimmt, könnte auf das Verschwinden alter Baumbestände in der Stadt zurückzuführen sein. Allerdings muss auch diese Entwicklung noch vertieft untersucht werden, um wirklich Aussagen machen zu können.

Die Aktion Stadtwildtiere St.Gallen läuft auf jeden Fall weiter. Beobachtungen von Wildtieren können weiterhin im Internet gemeldet werden. Getragen wird das Projekt in der Gallusstadt von der Stadt St.Gallen (Aktion Natur findet Stadt), vom WWF, von Pro Natura und vom Naturmuseum.

www.stadtwildtiere.ch

Ein Dachs auf nächtlicher Erkundungstour. (Bild: pd)

Ein Dachs auf nächtlicher Erkundungstour. (Bild: pd)

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