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ST.GALLEN: Vier Jahre Gefängnis wegen Vergewaltigungen

Das Kantonsgericht St.Gallen ist überzeugt, dass ein 28-jähriger Kosovare zwei seiner Exfreundinnen vergewaltigt hat. Es hat einen entsprechenden Schuldspruch der Vorinstanz bestätigt.
Claudia Schmid
Sexuelle Gewalt gegen Frauen - das St.Galler Kantonsgericht hat ein Urteil gefällt. (Bild: Archiv/Keystone (Symbolbild))

Sexuelle Gewalt gegen Frauen - das St.Galler Kantonsgericht hat ein Urteil gefällt. (Bild: Archiv/Keystone (Symbolbild))

Dem Beschuldigten wurde in der Hauptsache vorgeworfen, die körperliche und psychische Integrität seiner drei Exfreundinnen missachtet zu haben. Er habe allen Körperverletzungen zugefügt, zwei vergewaltigt und genötigt sowie der Freiheit beraubt. Zudem sei eine der Exfreundinnen von ihm bedroht und per Mobiltelefon belästigt worden. Am Kantonsgericht wehrte er sich vor allem gegen den Vorwurf der Vergewaltigung.

Freiheitsstrafe leicht reduziert

Nun ist das Urteil schriftlich eröffnet worden. Das Kantonsgericht hebt zwar den Entscheid des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland auf und fällt in vereinzelten Anklagepunkten Freisprüche oder stellt das Verfahren ein, doch bestätigt es die Schuldsprüche bei den Hauptvorwürfen. Damit erklärt es den Beschuldigten unter anderem der mehrfachen Vergewaltigung, sexuellen Nötigung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung schuldig. Die Vorinstanz hatte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 4,5 Jahren und einer Busse von 300 Franken verurteilt. Dieses Strafmass senkt das Kantonsgericht um ein halbes Jahr. Zudem wird eine stationäre therapeutische Massnahme angeordnet. Die Verfahrenskosten betragen insgesamt über 120'000 Franken. Drei Viertel muss der Beschuldigte zahlen, einen Viertel übernimmt der Staat.

Gericht befragte Exfreundinnen

Das Kantonsgericht hatte in der Berufungsverhandlung die drei Exfreundinnen vorgeladen und als Auskunftspersonen befragt. Sie hatten im Laufe des Verfahrens ihre Anzeigen zurückgezogen und ihr Desinteresse an einer weiteren Strafverfolgung erklärt. In der Befragung entlasteten sie mehrheitlich den Beschuldigten und verneinten insbesondere, von ihm vergewaltigt worden zu sein. Der Staatsanwalt zeigte sich in seinem Plädoyer überzeugt, dass die Frauen unter Druck gesetzt wurden und deshalb die Vergewaltigungsvorwürfe zurückzogen. Zu diesem Schluss kam nun auch das Kantonsgericht St.Gallen.

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