ST.GALLEN: "Superlehrer" auf vier Rädern

Der St.Galler Roger Etter wurde von seinen Schülern zum besten Ostschweizer Fahrlehrer gewählt. Im schweizweiten Ranking erreichte er den sechsten Platz. Dabei hatte er den Beruf aus der Not gewählt.

Mengia Albertin
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Roger Etter mit der Auszeichnung als bester Fahrlehrer der Region. (Bild: pd)

Roger Etter mit der Auszeichnung als bester Fahrlehrer der Region. (Bild: pd)

«Schnell, unkompliziert, geduldig und lustig.» - «Roger ist der beste Fahrlehrer.» : Unter den 108 Kommentaren der Webseite Stardrive.ch von Fahrlehrer Roger Etter aus Wiehnacht-Tobel finden sich durchs Band positive Bewertungen. Nicht von ungefähr kommt wohl seine Prämierung zum besten Fahrlehrer der Ostschweiz. National steht er im Ranking der «Superlehrer» auf dem 6. Platz. Die diesjährige Teilnahme sei seine Erste. «Ich bin aus allen Wolken gefallen als ich per Telefon vom Erfolg erfahren habe», sagt Etter. Unter den Top 100 der besten Fahrlehrer befinden sich auch Mario Balcon aus Jona, Nicole Fischer Brunner aus Arbon und Marco Ritter aus Frauenfeld.

Roger Etter betreibt seit zwei Jahren die St. Galler Fahrschule Stardrive. Nach Rückenproblemen musste der ehemalige LKW-Chauffeur sich umschulen lassen. Der Entscheid, Fahrlehrer zu werden, sei wohl das Beste gewesen was er habe machen können, sagt er. Er motiviere gerne junge Menschen, um ein Ziel zu erreichen.
«Roger hat mir die Angst vor dem Fahren genommen», schreibt eine der Fahrschülerinnen auf der Homepage der Fahrschule. Etter sagt, man merke sofort wenn Fahrschüler Angst hätten. «Diese Schüler schwitzen von Beginn an, und oft tropfen Schweissperlen von den Händen. Da ist es wichtig, dass man einfühlsam ist.» Einige Schüler hätten zum Beispiel nach einem Unfall regelrecht Panik vor dem Fahren. «Vielen Fahrlehrern fehlt die Geduld und schreien sogar los», meint der 45-Jährige. Etter mag die Arbeit nebst den psychologischen Herausforderungen auch wegen der vielfältigen Klientel. Bei sprachlichen Barrieren – einige seiner Schüler sprechen kaum Deutsch – arbeitet er mit Zeichnungen und Schauspielen. Vor kaum einer Hürde scheint der Fahrlehrer zurückzuschrecken: Er habe auch schon Personen mit motorischen Handicaps bis zur bestandenen Prüfung begleitet.

Bewertet wird via Appoder Computer
Die Daten zur Ermittlung der «Superlehrer» der Schweiz werden von der Swift Management AG zusammengetragen und ausgewertet. Christoph Moser, Firmeninhaber, und sein Team haben eine App entwickelt, welche beim Lernen auf die theoretische Fahrprüfung genutzt werden kann.

Für die Auswertung werden einerseits Nutzer der App eingeladen, ihren Fahrlehrer zu bewerten. Andererseits werden Mails an die Fahrlehrer aus der gesamten Schweiz geschickt, damit diese ihren Schülern den Hinweis auf die Online-Bewertung geben können. Die Fahrlehrer können sich für das Projekt kostenlos anmelden. 800 Lehrer wurden dieses Jahr von rund 7 500 Schülern  bewertet - mit einem bis fünf Sternen in den drei Kategorien Unterrichtsqualität, Servicequalität und soziale Fähigkeiten. Sie können auch die Gesamtleistung und beurteilen es besteht die Möglichkeit, einen Kommentar abzugeben. Für eine Teilnahme müssen mindestens 30 Bewertungen vorliegen. Der Schnitt liege jeweils zwischen 30 und 80 Bewertungen, sagt Moser. Zum Endergebnis kommt die Anzahl der bestandenen Fahrprüfungen beim ersten Anlauf dazu. Denn das macht laut Moser ebenfalls einen «Superlehrer» aus. Die Zahl stellen die Strassenverkehrsämter zur Verfügung. Die Lehrer entscheiden selbst, ob sie der Swift Management AG mitgeteilt werden darf.
Die detaillierten Auswertungen werden jeweils anfang Jahr auch an die Fahrlehrer geschickt, weil diese sich damit Anregungen für Verbesserungen erhoffen. Die Swift Management AG interessiert sich auch dafür, ob der Bewertende seine Prüfung bereits bestanden hat. Auch wenn noch keine konkreten Zahle vorliegen vermutet Moser, dass eine bereits bestandene Prüfung sich durchaus auch positiv auf die Bewertung auswirken kann.