ST.GALLEN: Studenten begleiten Flüchtlingskinder beim Schulstart

Die Pädagogische Hochschule St.Gallen (PHSG) lanciert nach den Sommerferien ein Projekt namens «Accompagna»: Angehende Lehrerinnen und Lehrer unterstützen und begleiten Flüchtlingskinder bei deren Start in der Regelklasse. Schulgemeinden quer durch den Kanton machen mit.

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Studenten der Pädagogischen Hochschule nehmen ein Flüchtlingskind an der Hand und begleiten es durch die erste Zeit nach dem Schulstart. (Bild: Urs Jaudas/Archiv)

Studenten der Pädagogischen Hochschule nehmen ein Flüchtlingskind an der Hand und begleiten es durch die erste Zeit nach dem Schulstart. (Bild: Urs Jaudas/Archiv)

ST.GALLEN. «Accompagna» werde im Kanton St.Gallen im August mit vorerst 15 Kindern starten, bestätigt Projektleiterin Sonja Bischoff gegenüber der Nachrichtenagentur sda einen Bericht des Regionaljournals Ostschweiz vom Montag.

Konkret wird jeweils ein Flüchtlingskind wöchentlich während einer Stunde in der Schule von einer angehenden Lehrerin oder einem künftigen Lehrer begleitet. Es gibt Unterstützung bei fachlichen oder schulorganisatorischen Themen und es können Lernstrategien vermittelt werden. «Dabei geht es auch um Fragen aus dem Schulalltag», betont Bischoff.

Gegenseitiger Nutzen
Während der jeweils ein halbes Jahr dauernden Begleitung könnte sich aus den regelmässigen Begegnungen ein Vertrauensverhältnis entwickeln. Möglicherweise werden die Studierenden aber auch vor allem als Hilfslehrkräfte angesehen. «Wir sind selber gespannt, wie sich das entwickelt», so die Projektleiterin.
Das Angebot gilt für alle Stufen der Volksschule von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe I. Schulgemeinden, die sich dafür interessieren, können sich weiterhin bei der PHSG melden. Unter den Studierenden sei das Interesse gross, stellte Sonja Bischoff fest.

Projekt läuft bis 2018
Die PHSG will mit «Accompagna» einen Beitrag zur Unterstützung der schulischen Integration leisten. Profitieren sollen aber nicht nur die Flüchtlingskinder, sondern auch die angehenden Lehrerinnen und Lehrer. Sie können dabei Erfahrungen sammeln, die ihnen weiterhelfen, wenn sie später selber unterrichten.
Das Zusatzangebot ist vorerst auf zwei Jahre angelegt. Bis im Oktober 2018 sollen 75 Schülerinnen und Schüler − und gleich viele PHSG-Studenten − von der Möglichkeit profitieren können. Ob es danach weitergeht, ist noch offen. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch den Integrationsfonds des Bundes und von der Paul-Schiller-Stiftung. (sda)