ST.GALLEN: St.Galler Tramper verkauft Wein aus San Marino

Matthäus Mettler fand bei einer Reise nach San Marino Gefallen am Wein von Winzer Stefano Valentini. Enttäuscht darüber, dass er den Wein in der Schweiz nicht kaufen konnte, machte er es sich zur Aufgabe, den Wein selbst zu importieren.

Christoph Renn
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Das 63 Quadratkilometer-Land von Winzer Stefano Valentini in San Marino. (Bild: PD)

Das 63 Quadratkilometer-Land von Winzer Stefano Valentini in San Marino. (Bild: PD)

Alles begann mit einer Facebook-Umfrage: «Meine Freunde konnten darüber abstimmen, wohin ich am Osterwochenende reise», sagt Matthäus Mettler. Das Resultat war ein Couchsurfing im kleinen Land San Marino. «So konnte ich vor acht Jahren ein Wochenende bei Winzer Stefano Valentini verbringen und da habe ich mich in den Wein aus San Marino verliebt», sagt Mettler. Als er wieder in der Schweiz war, fand er jedoch kein Geschäft, in dem er den Wein kaufen konnte. «Ich suchte sechs Jahre lang vergebens.» Dann nahm er Kontakt zu Stefano Valentini auf. Seit bald eineinhalb Jahren ist Mettler nun der einzige Vertreter des Weines in der Schweiz. Dabei konzentriert er sich auf die Deutschschweizer Gastronomie. «Mehr kann es von der Menge her gar nicht geben, wenn man bedenkt, dass das Land lediglich 63 Quadratkilometer gross ist.» Das entspricht in etwa der Fläche der Stadt St.Gallen und Mörschwil.

Matthäus Mettler vertreibt den Wein aus San Marino in der Schweiz. (Bild: Elke Hegemamm)

Matthäus Mettler vertreibt den Wein aus San Marino in der Schweiz. (Bild: Elke Hegemamm)

Reisen an sich war schon immer eine grosse Leidenschaft Mettlers. So hat er nach der Rekruten- und Unteroffiziersschule 2007 vor allem Temporär gearbeitet, um Geld zu sparen. Mit seinen Ersparnissen erkundete er die Welt, vorwiegend per Anhalter. «Seitdem habe ich 37 Länder auf fünf Kontinenten besucht und bereist», sagt er. Vorwiegend Orte welche weniger populär sind für den Massentourismus, wie zum Beispiel Haiti, El Salvador, Simbabwe, Honduras, das Baltikum oder eben San Marino.

Heute Dienstag eröffnet Matthäus Mettler für eine Woche einen Pop-Up-Store in der Weinstube zum Bäumli. Jeweils von 10 bis 19 Uhr stellt er den Wein aus dem kleinen Land vor. Sonst gibt es seinen Wein über seine Internetseite zu kaufen. Noch könne er von diesem Geschäft nicht leben. «Am Wochenende fahre ich nach wie vor für Taxi Herold.» Das bedeute zwar viel mehr Arbeit, dafür müsse er keine Schulden machen, sei auf keine Investoren angewiesen und behalte so seine unternehmerischen Freiheiten. Er pflege jedoch keinen ausschweifenden Lebensstil, weshalb er gut über die Runde komme.