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ST.GALLEN: St.Galler Spitäler kränkeln: 26-Millionen-Verlust wird erwartet

Die St. Galler Spitäler schreiben insgesamt schwarze Zahlen – noch. Bereits in wenigen Monaten dürften sie tiefrot sein. Für das laufende Jahr ist ein Verlust von 26 Millionen Franken budgetiert.
Regula Weik
Der Himmel über den St.Galler Spitälern verdunkelt sich. (Bild: Urs Bucher)

Der Himmel über den St.Galler Spitälern verdunkelt sich. (Bild: Urs Bucher)

Die St.Galler Spitäler erwirtschafteten vergangenes Jahr einen Gewinn von 4,7 Millionen Franken – dies bei einem Gesamtumsatz von 1,2 Milliarden Franken. Strahlende Augen gab es deswegen an der gestrigen Medienkonferenz keine. Die Finanzlage der Spitalregionen ist auf den zweiten Blick weit weniger erfreulich. Dies nicht nur, weil im Vorjahr 6,7 Millionen Franken mehr in der Kasse verblieben waren. Der «konzernweite» Gewinn vermag nicht darüber hinwegzutäuschen: Die St.Galler Spitäler kränkeln – unternehmerisch betrachtet. Um ihre Finanzen steht es nicht zum Besten. Verwaltungsratspräsident Guido Sutter sagte gestern vor der Medien frank und frei: «Die erzielte Marge ist ungenügend. Das schleckt keine Geiss weg.» Sie betrug über alle Spitäler hinweg 5,2 Prozent (Ebitda).


Im laufenden Jahr droht gesamthaft ein Verlust

«Wir sind weit vom angestrebten Ziel entfernt», sagte Sutter. Um ein Spital nachhaltig und wettbewerbsfähig führen zu können, sei eine Marge von zehn Prozent nötig – «sonst ist seine Zukunft in Frage gestellt». Und: «Ein Spital muss einen Gewinn erwirtschaften, um Eigenkapital bilden und die notwendigen Investitionen tätigen zu können.» Im laufenden Jahr dürften dies die St.Galler Spitäler gesamthaft kaum schaffen: Es wird mit einem konsolidierten Verlust von 25,7 Millionen Franken gerechnet.

Die Gründe dafür seien vielfältig, sagte Sutter. «Die Preise im Kanton St. Gallen sind nicht kostendeckend.» Er sprach damit die Tarmed-Kürzung, den «Berset-Effekt», an. Dann seien immer weniger Patienten privat versichert; damit entfielen Quersubventionierungen. «Das geht in die Millionen Franken.» Sutter sprach von Ausfällen von «20 bis 30 Millionen Franken, die irgendwie kompensiert werden müssen». Ein Ausblick bis 2023 zeigt: Die dunklen Wolken verziehen sich nicht. Die Marge wird in den nächsten Jahren weiter sinken, auf durchschnittlich 3,5 Prozent. Sutter sprach von einem jährlichen Loch von 50 bis 70 Millionen Franken. Er betonte denn auch: «Kosmetische Massnahmen reichen nicht mehr.» Und er verhehlte nicht: «Die Finanzierung künftiger Aufgaben ist nicht gesichert.» Vor diesem Hintergrund hatte der Verwaltungsrat bereits im vergangenen Jahr einen Strategieprozess eingeleitet. Erste Ergebnisse sollen im Sommer vorliegen.

Die Frage, ob auch Spitalschliessungen zur Debatte stünden, umschiffte Sutter: «Wir denken ergebnisoffen.» Und weiter: «Wir machen eine unternehmerische Auslegeordnung. Unser Fokus ist auf die unternehmerische Verantwortung gerichtet und nicht darauf, was politisch vertretbar oder verträglich wäre.» Vom angestossenen Prozess erhofft sich Sutter eine Entspannung der Finanzlage. Die Strukturen würden durchleuchtet, die Leistungsangebote überprüft – mit dem Ziel, eine qualitativ gute und bezahlbare medizinische Versorgung im Kanton sicherzustellen. Nur wenn der Patient den Eindruck habe, kompetent und qualitativ gut versorgt zu sein, werde er die Einrichtungen auch nutzen. Für Sutter, der noch bis Ende Mai Verwaltungsratspräsident ist und dann von Felix Sennhauser abgelöst wird, ist klar: «Es ist nicht sinnvoll, Strukturen aufrechtzuerhalten, an denen der Patient vorbeiläuft.»

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