ST.GALLEN: St.Galler Kantonsarchäologie klagt und erhält illegale Goldmünze zurück

Die Kantonsarchäologie hat einen Mann angezeigt, der einen Louis d'Or von 1738 im Internet verkaufen wollte. Er hatte die Goldmünze bei einer illegalen Suche in der Umgebung von St.Gallen mit einem Metalldetektor entdeckt.

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Louis d'or aus dem Kanton St.Gallen, Vorderseite. Kopf des französischen Königs Ludwig XV. im Profil nach links. (Bild: PD)

Louis d'or aus dem Kanton St.Gallen, Vorderseite. Kopf des französischen Königs Ludwig XV. im Profil nach links. (Bild: PD)

Der Mann aus der Westschweiz suchte in den Kantonen St.Gallen und Thurgau systematisch und ohne Bewilligung Wiesen mit einem Metalldetektor ab. Die Funde versuchte er danach zu verkaufen.

Aufgrund von Informationen eines Internetverkaufsportals kam ihm die Kantonsarchäologie auf die Spur. Der Mann bot dort «einen Bodenfund aus der Umgebung von St.Gallen» an, einen Louis d'Or, geprägt 1738 in Paris während der Regierungszeit von König Ludwig XV.

Bei den darauf folgenden Ermittlungen wurden knapp zwei Dutzend wissenschaftlich wertvolle Gegenstände entdeckt. Unter anderem habe im Mai 2015 auch die Münze sichergestellt werden können, teilte die Kantonsarchäologie am Dienstag mit.

Herausgabe nach Gerichtsbeschluss

Die Anzeige führte zu einem Strafbefehl. Im April entschied dann das zuständige Bezirksgericht, dass die Goldmünze Eigentum des Kantons St.Gallen sei. Mitte Juni traf der Louis d'Or in St.Gallen ein.

Mit dem Wert der Münze hätten damals drei Personen von St.Gallen bis nach Paris reisen können. Oder man hätte damit den Sold eines Gardesoldaten währen vier Monaten bezahlen können. Das Geldstück ist selten: Bisher waren in der Schweiz nur drei Exemplare bekannt.
Im Kanton St.Gallen brauche man für die Suche nach archäologischen Gegenständen eine Bewilligung, heisst es in der Mitteilung. Es dürfe nur in Gebieten gesucht werden, die nicht als archäologische Fundstellen ausgewiesen sind. Eine weitere Voraussetzung sei ein enger Kontakt mit der Kantonsarchäologie als Melde− und Sammelstelle.

Bei der nun nach St.Gallen zurückgekehrten Münze aus 22-karätigem Gold wurde ein tiefer Riss entdeckt, der wahrscheinlich auf Beschädigungen im Fundgelände, einem Ackergrundstück, zurückzuführen sind. Die vielen darauf entdeckten Kratzer deuten auf eine unsachgemässe Reinigung hin. (sda)

Louis d'or aus dem Kanton St.Gallen, Rückseite. Doppelwappen der Könige von Frankreich und Navarra unter Krone. (Bild: PD)

Louis d'or aus dem Kanton St.Gallen, Rückseite. Doppelwappen der Könige von Frankreich und Navarra unter Krone. (Bild: PD)