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ST.GALLEN: St.Galler Gericht spricht Schularzt frei

Das Kreisgericht St. Gallen hat einen Schularzt vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern freigesprochen. Das Gericht zweifelte an den Aussagen der Jugendlichen.
Er habe bei den Jugendlichen eine normale Untersuchung vorgenommen, sagte der Beschuldigte Arzt vor dem Kreisgericht. Er wurde am Dienstag freigesprochen. (Bild: Keystone)

Er habe bei den Jugendlichen eine normale Untersuchung vorgenommen, sagte der Beschuldigte Arzt vor dem Kreisgericht. Er wurde am Dienstag freigesprochen. (Bild: Keystone)

ST.GALLEN.Es sei bekannt, dass insbesondere Jugendliche suggestiven Einflüssen durch gruppendynamische Prozesse besonders leicht unterlägen, was zu unbewussten Übertreibungen und Falschaussagen führen könne, heisst es in der Kurzbegründung des Gerichts.

Es bestünden gewichtige Zweifel an der Täterschaft des nicht vorbestraften Beschuldigten. Der Mann habe die Vorwürfe stets bestritten und erklärt, er habe sämtliche Untersuchungen bei allen Schülern wie immer durchgeführt.

Zehnminütige Reihenuntersuchung
Der Beschuldigte ist seit mehreren Jahren Schularzt im Kanton St. Gallen. Im September 2015 waren mehrere Schulklassen für eine ärztliche Reihenuntersuchung in der Praxis des Arztes.

Im Rahmen der rund zehnminütigen Untersuchung soll er versucht haben, bei zwei Schülern am Penis eine Erektion herbeizuführen. In einem Fall soll ihm das laut Anklageschrift auch gelungen sein. Bei beiden Untersuchungen war der Arzt jeweils alleine mit den Minderjährigen im Zimmer.

Er habe bei den Jugendlichen die normale Untersuchung vorgenommen, sagte der Beschuldigte vor Gericht. Dabei würden auch die Geschlechtsorgane untersucht, um allfällige Gesundheitsstörungen früh zu erkennen. Die Aussagen der beiden Schüler seien völlig übertrieben. "Wenn ein Kind die Untersuchung nicht will, unterlasse ich sie und gebe ihm einen Zettel für den Hausarzt mit", sagte er.

Kontroverse um Aussagen der Schüler
Der Beschuldigte habe seine Machtposition gegenüber den Jugendlichen ausgenutzt, sagte der Staatsanwalt. Die Aussagen der Schüler seien glaubwürdig. Er forderte eine Verurteilung wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern.

Der Beschuldigte sei zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten mit einer Probezeit von fünf Jahren sowie zu einer Busse von 5000 Franken zu verurteilen. Es sei zudem ein Berufsausübungsverbot als Schul- und als Amtsarzt von fünf Jahren zu verhängen.

Der Verteidiger plädierte auf Freispruch. Auf die Weisungen sei zu verzichten. Der Staatsanwalt habe es versäumt, entlastende Momente zu verfolgen. Der Arzt habe die Reihenuntersuchungen seit Jahren sorgfältig und klaglos durchgeführt, sagte der Verteidiger.

Auch im September 2015 sei er nicht vom üblichen Ablauf abgewichen. In dieser kurzen Zeit wären die geschilderten Übergriffe gar nicht möglich gewesen, sagte er. "Die Schilderungen der Schüler waren übertrieben und dramatisiert.»

Die Kosten des Verfahrens trägt der Staat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (sda)

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