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ST.GALLEN: Stadtrat passt das Lohnsystem an

Der Stadtrat hat ein revidiertes Lohnsystem verabschiedet. Es reduziert die Zahl der Lohnklassen und den administrativen Aufwand. Heute behandelt das Stadtparlament die Vorlage. Ungeklärt bleibt bis auf weiteres die Frage nach den Zulagen.
David Gadze
Für die städtischen Angestellten soll ab 1. Januar 2017 ein neues Lohnsystem gelten. (Bild: Urs Jaudas)

Für die städtischen Angestellten soll ab 1. Januar 2017 ein neues Lohnsystem gelten. (Bild: Urs Jaudas)

ST.GALLEN. Weniger Lohnklassen und ein geringerer administrativer Aufwand: Der Stadtrat will das städtische Lohnsystem anpassen und den Dienststellenleitungen mehr Kompetenzen einräumen. Unbeantwortet bleibt jedoch weiterhin die Frage nach den Zulagen. Im Herbst 2013 wollte der Stadtrat im Rahmen des Sparprogramms «Fit13plus» die Treueprämie, die Wohnsitzzulage und die Familienzulage für städtische Angestellte streichen. Nach massiver Kritik vor allem von Personalverbänden wurde das Vorhaben sistiert.

10 statt 28 Lohnklassen

Mit der Revision des Lohnsystems will der Stadtrat die Flexibilität bei der Lohngestaltung erhöhen und schlankere Prozesse ermöglichen. Das bisherige Modell, das pro Funktionsgruppe – etwa Angestellter oder Sachbearbeiter – in der Regel drei Lohnklassen (Anlauf-, Erfahrungs- und Leistungsklasse) sowie einen allfälligen Zuschlag zum Lohnmaximum vorsieht, soll vereinfacht werden. Vorgesehen ist, diese jeweils drei Lohnklassen zu einer Lohnklasse zusammenzufassen. Die 28 Lohnklassen werden dadurch auf 10 reduziert. Die Lohnstufen innerhalb der Lohnklassen fallen weg und werden durch Lohnbänder ersetzt. Diese unterteilen sich anstelle der bisherigen 24 Stufen nur noch in drei Bereiche. Die Minimal- und Maximallöhne der bisherigen Lohnklassen bleiben unverändert.

Auf die Lohnsumme wirken sich diese Anpassungen nicht aus. Auch die bisherigen Gehälter der Mitarbeiter werden unverändert ins neue Lohnsystem übernommen. Stimmt das Parlament heute zu, tritt dieses am 1. Januar 2017 in Kraft. Die Kosten betragen etwa 35 000 Franken.

Administrativer Aufwand sinkt

Diese Änderungen sollen dazu beitragen, den administrativen Aufwand zu reduzieren. Aufwendige Beförderungsmechanismen werden durch die Zusammenführung der drei Lohnklassen innerhalb der gleichen Funktion nicht mehr notwendig sein. Künftig würden sie, in Absprache mit dem Personalamt, in der Kompetenz der Dienststellenleitung liegen. Diese könnte auch Lohnanpassungen innerhalb des Lohnbandes bestimmen. Ausserdem könne innerhalb einer Funktion jemand in der Anlaufklasse nicht wie bisher mehr verdienen als jemand in der Leistungsklasse.

Keine willkürlichen Entscheide

SP-Stadtparlamentarierin Lisa Etter steht dem neuen Lohnsystem eher positiv gegenüber. Gut sei vor allem, dass aufgrund des neuen Systems einfacher individuelle Lohnerhöhungen ausgesprochen werden können. Zu kritisieren sei unter anderem, dass es keine einheitlichen Richtlinien gebe, an welche sich sämtliche Dienststellenleiter halten müssten. In der Vorlage nennt der Stadtrat als Begründung von Differenzen von Gehältern innerhalb eines Lohnbands Punkte wie «Leistung, Verhalten und Erfahrung». «Wichtig ist, Entscheidungen für Lohnanpassungen aufgrund objektiver Kriterien und nicht willkürlich zu fällen», sagt Etter.

Auch FDP-Stadtparlamentarierin Barbara Frei äussert sich positiv zum neuen Lohnsystem. «Zentral ist insbesondere, dass es keine Sparübung auf dem Buckel der Angestellten gibt.» Das Fehlen von einheitlichen Kriterien für leistungsbezogene Lohnanpassungen sei nicht problematisch: «So viel Vertrauen müssen wir als Parlamentarier in die Dienststellenleiter haben.» Zudem hätten diese die Möglichkeit zu Fortbildungen.

Zulagen unter der Lupe

Stadtpräsident Thomas Scheitlin hält einen Katalog mit einheitlichen Richtlinien, der über die im Personalreglement erwähnten Punkte hinaus geht, für nicht umsetzbar: «Aufgrund der grossen Unterschiede zwischen den Dienststellen kann es kein System geben, das diese Kriterien bis ins letzte Detail regelt.»

Wann ein Entscheid bezüglich einer allfälligen Anpassung von Zulagen fallen wird, ist noch offen. Gemäss Thomas Scheitlin nimmt eine Arbeitsgruppe des Personalamts derzeit eine Auslegeordnung der die rund 100 verschiedenen Zulagen mit einem Gesamtvolumen von rund 15 Millionen Franken vor.

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