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ST.GALLEN: Stadt sagt Nein zu neuem Parkhaus

Die städtische Baubewilligungskommission weist das Baugesuch für das Parkhaus Schibenertor ab. Sie argumentiert mit gestalterischen Gründen. Die Investoren sind entrüstet.
David Gadze
Die Platanen am Oberen Graben bleiben stehen. Dort waren Ein- und Ausfahrt des Parkhauses Schibenertor geplant. (Bild: Michel Canonica)

Die Platanen am Oberen Graben bleiben stehen. Dort waren Ein- und Ausfahrt des Parkhauses Schibenertor geplant. (Bild: Michel Canonica)

ST.GALLEN. Das Parkhaus Schibenertor kann nicht gebaut werden. Die Baubewilligungskommission der Stadt St. Gallen hat gestern mitgeteilt, dass sie das Baugesuch der Cityparking AG ablehnt. Diese wollte mit anderen Investoren ein Parkhaus mit 210 Parkplätzen, davon 128 öffentlichen, erstellen.

Gestalterische Gründe gaben den Ausschlag

Die Baubewilligungskommission argumentiert mit gestalterischen Gründen. Die Lage zwischen Altstadt und dem geschützten Ortsbild Poststrasse verlange eine «höchste städtebauliche und architektonische Qualität für alle baulichen Eingriffe». Mit dem Wegfall der Platanen sowie der Erstellung der Betonmauern, welche als Absturzsicherung nötig wären, würde für viele Jahrzehnte eine zu starke räumliche Trennung geschaffen. Dadurch würde ein angemessener städtebaulicher Übergang und der Durchfluss von allen Seiten verhindert.

«Gleichzeitig würden die fünf Fahrspuren zusammen mit dem innenliegenden Einfahrtsbauwerk als eine überdimensionale Strassenfläche wahrgenommen», schreibt die Baubewilligungskommission. Selbst eine Neubepflanzung, welche durch die baulichen Gegebenheiten stark eingeschränkt wäre, würde daran nichts zu ändern vermögen. «Das Bauvorhaben würde damit mit seinen gestalterischen Auswirkungen sowohl die Altstadt als auch das geschützte Ortsbild beeinträchtigen.»

Baugesuch deutlich abgelehnt

Insgesamt waren sieben Einsprachen gegen das Baugesuch eingegangen, darunter auch eine der Appenzeller Bahnen. Sie befürchteten Rückstaus in den Knoten Schibenertor und somit eine Beeinträchtigung des Zugverkehrs. Diese Gründe hätten jedoch keine Rolle gespielt, sagt Stadträtin Patrizia Adam. Die Investoren könnten diesen Entscheid nun weiterziehen oder ein überarbeitetes Gesuch einreichen. «Doch die Baubewilligungskommission geht davon aus, dass sich an diesem Ort kein bewilligungsfähiges Projekt realisieren lässt.» Entsprechend deutlich habe sie das Baugesuch abgelehnt.

Die Parkgarage war bereits Teil der ersten Vorlage zur Neugestaltung des Marktplatzes, die – unter anderem wegen der Tiefgarage – im Mai 2011 an der Urne Schiffbruch erlitt. Wurde die Frage der Gestaltung damals also nicht abgeklärt? Die Baubewilligungskommission sei in ihrem Urteil vom Oktober 2009 zum Schluss gekommen, dass das Projekt in der damals aufgezeigten Form nicht bewilligungsfähig sei, sagt Adam. «Sie forderte schon damals höchste städtebauliche und architektonische Qualität.»

Baurecht müsste ins Parlament

Stellt nun der Stadtrat der Cityparking AG die Konzession für den Bau der Tiefgarage weiterhin in Aussicht, falls sie ein überarbeitetes Projekt vorlegt? Patrizia Adam winkt ab: Aufgrund grundbuchrechtlicher Überlegungen hätten die Investoren den Stadtrat gebeten, ihnen statt der Konzession ein unterirdisches Baurecht zu erteilen. Wegen des finanziellen Volumens, also dem Wert des Bodens, könne der Stadtrat dieses Baurecht jedoch nicht in eigener Kompetenz erteilen. In diesem Fall müsste das Parlament darüber befinden.

Er sei «aus allen Wolken gefallen», als er vom Entscheid gehört habe, sagt Elmar Jud, Verwaltungsratspräsident der Cityparking AG. «Dass die Stadt das Baugesuch aus gestalterischen Gründen ablehnt, entrüstet mich.» Die Gestaltung der Ein- und Ausfahrt sei zu 100 Prozent vom Siegerprojekt der Marktplatz-Vorlage übernommen worden. Weiter will sich Jud zum Entscheid nicht äussern, zuerst müsse er die Begründung der Baubewilligungskommission in Ruhe durchlesen. Deshalb könne er auch noch nicht sagen, ob die Cityparking AG den Entscheid weiterziehen werde.

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