ST.GALLEN: Sponsorensuche für Hirsch-Tunnel und Wildpark-App

Ein Tunnel für den Wildwechsel, eine Aussichtsplattform oder eine neue Futterstelle für Sikahirsche: Das sind 3 von insgesamt 15 Wünschen zum 125-Jahr-Jubiläum des Wildparks Peter und Paul. Noch fehlt das Geld für die Umsetzung.

Christina Weder
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Die Damhirsche im Wildpark Peter und Paul sollen künftig durch einen Tunnel in ein anderes Gehege wechseln können. (Bild: Michel Canonica)

Die Damhirsche im Wildpark Peter und Paul sollen künftig durch einen Tunnel in ein anderes Gehege wechseln können. (Bild: Michel Canonica)

ST.GALLEN. Im Tierpark Peter und Paul spürt man den Frühling. Es hat Nachwuchs gegeben. Und während die zwei Steinbockkitze munter erste Sprünge wagen, brütet der Vorstand der Wildparkgesellschaft über Zukunftsplänen. Mit gutem Grund. Nächstes Jahr steht im Wildpark Peter und Paul das 125-Jahr-Jubiläum an.

Aus diesem Anlass hat sich der Vorstand mehrere bauliche Massnahmen vorgenommen. Die Vorstandsmitglieder Toni Bürgin, Karl Müller und Paul Odermatt stellten sie gestern den Medien vor. Drei Informations- und zwölf Bauprojekte sind es an der Zahl. «Trotzdem wird sich der Wildpark im Jubiläumsjahr nicht in eine grosse Baustelle verwandeln», sagte Bürgin. Es handle sich um punktuelle Verbesserungen.

Tunnel für Wildwechsel

Ziel der Jubiläumsprojekte ist laut Bürgin, die Attraktivität des Wildparks zu steigern und die betrieblichen Abläufe zu optimieren. Auch Sanierungsmassnahmen sollen angegangen werden. Das grösste der Jubiläumsprojekte – auch in finanzieller Hinsicht – ist ein Tunnel für den Wildwechsel, der unter dem bestehenden Weg hindurchführt. Er verbindet das Damhirsch- mit dem Wechselgehege und bringt laut Bürgin Vorteile für Mensch und Tier. So können die Hirsche künftig das Gehege wechseln, ohne dass der Weg für Besucherinnen und Besucher gesperrt werden muss. Zudem könnten Stresssituationen für die Tiere vermieden werden.

Damit verbunden sind einige kleinere Massnahmen. Unter anderem soll der Bachverlauf im Gehege der Sikahirsche renaturiert, die baufällige Futterkrippe ersetzt und der in die Jahre gekommene Zaun erneuert werden. Zudem wird die Wegführung angepasst, damit sie nicht mehr wie ein Kanal wirkt.

Platz zum Spielen und Verweilen

Kleine wie grosse Besucher sollen von den Jubiläumsprojekten profitieren. Eine neue Aussichtsplattform mit Seeblick wird zum Verweilen einladen, ein «Walderfahrungsplatz» zum Balancieren und Klettern, der bestehende Murmeltierplatz zum Spielen. Er soll neue «Sitz- und Kletterstämme» erhalten.

Hinzu kommen drei Projekte im Bereich Information und Kommunikation. Ein neuer Internetauftritt, eine Wildpark-App und ein Jubiläumsbuch sind geplant. Die letzte Publikation ist laut Bürgin vor 25 Jahren zum 100jährigen Bestehen erschienen. Seither ist einiges passiert. Unter anderem wurden die Kunstfelsen für die Steinböcke saniert. Und das Luchsgehege wurde erneuert.

Sponsoren gesucht

Alle Jubiläumsprojekte sind in einer neuen Broschüre vorgestellt. Denn was noch fehlt, ist die Finanzierung. Der Vorstand der Wildparkgesellschaft ist deshalb auf der Suche nach Sponsoren aus dem Kreis von Privatpersonen, Stiftungen, Unternehmen oder Gemeinden.

Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde das Jubiläumsjahr frühzeitig aufgegleist. Die Vorstellung ist, dass ein Donator oder mehrere zusammen ein Projekt finanzieren. Pro Projekt sind zwischen 8000 und 135 000 Franken – für den Tunnel – veranschlagt worden. Vorstandsmitglied Karl Müller schätzt die Gesamtkosten auf 350 000 bis 400 000 Franken.

Ziel ist, dass möglichst viele Projekte bis zum Jubiläum oder im Jubiläumsjahr umgesetzt werden können. Müller sagt: «Wir wollen schauen, dass der Wildpark auch in Zukunft attraktiv bleibt.»

www.wildpark-peterundpaul.ch