ST.GALLEN: Sömmerliwiese bleibt ganz grün

Die Stadt St.Gallen muss sich einen anderen Bauplatz für den Ausbau der Tagesbetreuung für Schulkinder im Lachen-Quartier suchen. Das städtische Stimmvolk hat am Sonntag die Initiative zur Umteilung der ganzen dafür vorgesehenen Sömmerliwiese in die Grünzone angenommen. Der Entscheid fiel überraschend eindeutig.

Reto Voneschen
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Der östliche Rand der Sömmerliwiese: Hier möchte die Stadt für die Tagesbetreuung der Schulkinder in der Lachen neu bauen. (Bild: Reto Voneschen)

Der östliche Rand der Sömmerliwiese: Hier möchte die Stadt für die Tagesbetreuung der Schulkinder in der Lachen neu bauen. (Bild: Reto Voneschen)

Die Stadtsanktgaller Stimmberechtigten lehnen die teilweise Überbauung der Sömmerliwiese in der Lachen ab. 11‘595 stimmten für und 7849 gegen die Initiative für die Umteilung der ganzen Wiese in die Grünzone. Der Gegenvorschlag des Stadtrates, der den Bauplatz für die Tagesbetreuung in der Bauzone belassen, aber den Rest der Wiese der Grünzone zuweisen wollte, fiel mit 8875 Ja gegen 9329 Nein durch. Die Stimmbeteiligung lag bei 46,7 Prozent.

Ganze Stadt angesprochen
Dem Entscheid war ein langer Abstimmungskampf vorausgegangen. Die Initiative „Grünfläche erhalten – kein überdimensionierter Tageshort auf der Sömmerliwiese“ war von einer Gruppe aus dem Lachen-Quartier lanciert worden. Dies mit Unterstützung des Quartiervereins Lachen. Für den Ausgang der Abstimmung wesentlich dürfte die Unterstützung des Volksbegehrens im Abstimmungskampf durch den Naturschutzverein Stadt St.Gallen gewesen sei.

Dem Entscheid vom Sonntag war ein langer Abstimmungskampf vorausgegangen. Das Quartier hatte ihn mit einer Leserbriefaktion bereits im vergangenen Herbst gestartet, nachdem sich eine Mehrheit des Stadtparlaments gegen die Initiative und für den stadträtlichen Gegenvorschlag ausgesprochen hatte. Anfang Januar dann hatten IG Sömmerliwiese und Quartierverein Lachen den eigentlichen Abstimmungskampf gestartet. Mit Leserbriefen, einem Flugblatt und Plakaten sollte die ganze Stadt fürs Thema sensibilisiert werden. Was gemessen am Resultat offensichtlich gelungen ist.

Grünflächen und Mitwirkung

In den Mittelpunkt ihrer Kampagne stellten die Befürworter der Initiative die These, dass es keine echte Notwendigkeit gebe, dass die Stadt einen Teil der Sömmerliwiese überbauen wolle. Dies, weil dort die Tagesbetreuungen der Schulquartiere Feldli-Schoren und Schönenwegen zentral zusammengezogen werden sollten. Wenn man von diesem aus Sicht der Initianten falschen Konzept abkomme, das Projekt also redimensioniere, gebe es andere, weniger sensible Standorte für einen Neubau im Quartier.

Es sei grundsätzlich falsch, bestehende öffentliche Grünflächen in Wohngebieten zu verkleinern, argumentierten die Befürworter der Initiative. Man müsse das Thema der Freiflächen in Bauzonen in der ganzen Stadt endlich thematisieren und systematisch angehen. Zudem kritisierten die Befürworter der Initiative, dass die Stadt „selbstherrlich“ am Quartier vorbei geplant hätten. Die Forderung, dass die Tagesbetreuung für Schulkinder ausgebaut und modernisiert werden soll, wurde von den Kreisen hinter der Initiative für die Sömmerliwiese nicht bestritten, sondern im Gegenteil ausdrücklich unterstützt.

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