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ST.GALLEN: "Sie haben mich verleumdet": Angeklagter weist nach Bandeneinbrüchen jede Schuld von sich

Einem 38-jährigen Serben droht wegen einer Reihe von Bandeneinbrüchen eine Gefängnisstrafe von über sieben Jahren. Der polizeilich ermittelte Deliktsbetrag wird mit rund 1,2 Millionen Franken beziffert. Der Mann bestritt die Vorwürfe.
Serienweise Einbrüche soll der Mann begangen haben - er will davon nichts wissen. (Bild: Mareycke Frehner (Archiv/Symbolbild))

Serienweise Einbrüche soll der Mann begangen haben - er will davon nichts wissen. (Bild: Mareycke Frehner (Archiv/Symbolbild))

Der Beschuldigte stand am Freitag vor dem Kreisgericht St.Gallen. Er war im Februar dieses Jahres zur Verhaftung ausgeschrieben worden, nachdem bekannt geworden war, dass er sich trotz Landesverweis legal für einige Wochen in der Schweiz aufhielt. Zurzeit befindet er sich in Sicherheitshaft.

Beschuldigter weist Vorwürfe zurück

Die Verteidigung machte zu Beginn der Verhandlung mehrere Verfahrensfehler geltend. Sie zielte unter anderem darauf ab, dass Erkenntnisse aus Überwachungsmassnahmen bei der Beweisführung nicht verwertet werden dürfen. Die Staatsanwältin hingegen konterte: Die Vorfragen und Anträge seien ihres Erachtens untaugliche Versuche, der Anklage Formfehler vorzuwerfen.

Der Beschuldigte erzählte in der Befragung des vorsitzenden Richters, dass er mit 13 Jahren mit seiner Familie in die Schweiz gekommen ist, relativ jung geheiratet hat und Vater dreier Kinder wurde. Ab 2009 habe er wegen seiner Spielsucht Probleme gehabt, darauf sei es zur Trennung und später zur Scheidung von der Ehefrau gekommen. 2012 erhielt er eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls und anderen Straftaten, 2013 einen Strafbefehl wegen häuslicher Gewalt. Schliesslich wurde er vom Migrationsamt des Landes verwiesen.

Die aktuellen Vorwürfe gegen ihn wies der Mann zurück, obwohl ihn die restlichen Bandenmitglieder belastet hatten. Er habe die Leute beim Glücksspiel kennengelernt, jedoch nicht gut gekannt, erklärte er. Sie hätten ihn verleumdet. Angeklagt wurde er auch wegen mehrfachen Betrugs zum Nachteil der SUVA. Er soll angegeben haben, er sei nach Unfällen arbeitsunfähig, obwohl er in dieser Zeit lange Autofahrten unternahm und sich zum Glücksspiel begab. Ausserdem soll er seine frühere Ehefrau sowie seine Freundin und ihren Vater mit dem Tode bedroht haben. Auch diese Vorwürfe relativierte er.


Deliktsumme in Millionenhöhe

Für die Staatsanwältin war es erwiesen, dass der Beschuldigte im Zeitraum von April 2013 bis April 2014 Mitglied einer mehrköpfigen Bande war, die in wechselnder Besetzung in der Ostschweiz Restaurants, Firmen, Einkaufszentren, Poststellen, Bancomaten und Einfamilienhäuser im Visier hatten. Der Bande werden mindestens 37 Einbrüche mit einer Deliktssumme von mehreren Millionen Franken und andere Straftaten zugerechnet. Dazu gehörten beispielsweise der Bancomatenraum im Gebäude der Appenzeller Bahnen in Walzenhausen und das Postgebäude in Riethüsli St.Gallen.

Dem Beschuldigten warf die Staatsanwältin die Beteiligung an neun Einbrüchen und einem Versuch vor. Als Sanktion beantragte sie mit Einbezug der 2012 bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe eine Gesamtstrafe von sieben Jahren und drei Monaten. Die Deliktsumme betrage über 1,2 Mio Franken (Deliktsbetrag der Mittäter: 4,8 Millionen Franken) und der Sachschaden nochmals 146‘500 Franken (Mittäter: 638‘000 Franken).

Freisprüche von allen Vorwürfen verlangt

Der Verteidiger verlangte Freisprüche von sämtlichen Vorwürfen. Falls es doch teilweise zu Schuldsprüchen komme, sei sein Mandant höchstens zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren zu verurteilen. Die Aussagen der verurteilten Bandenmitglieder bezeichnete er als höchst widersprüchlich. Die Beteiligung seines Mandanten an einem Teil der Einbrüche seien in keiner Weise bewiesen. Die Bandenmitglieder hätten ein Bauernopfer gesucht und es ihm 38-jährigen gefunden.

Zudem beantragte der Verteidiger die Aufhebung der Sicherheitshaft, damit sein Mandant nach Serbien zurückkehren könne. Das Urteil des Kreisgerichts St.Gallen steht noch aus.

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