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ST.GALLEN: Schulleitung gibt Entwarnung

Eineinhalb Monate nachdem beim Schulhaus Gerhalde ein Mann ein Mädchen angesprochen haben soll, gibt die Schulleitung Entwarnung. Die erhöhte Vorsicht auf dem Schulweg sei nicht mehr nötig – Wachsamkeit hingegen schon.
David Gadze
Kinder sollen den Schulweg ohne Erwachsene zurücklegen. So lernen sie, sich selbständig zu bewegen. (Archivbild: Urs Bucher)

Kinder sollen den Schulweg ohne Erwachsene zurücklegen. So lernen sie, sich selbständig zu bewegen. (Archivbild: Urs Bucher)

ST.GALLEN. Beim Gerhalde-Schulhaus in Rotmonten galt zuletzt erhöhte Sorgfalt. Mitte Februar soll ein Mann ein Mädchen angesprochen haben und ihm gefolgt sein (Tagblatt vom 19. und vom 20. Februar). Jetzt, eineinhalb Monate später, gibt die Schulleitung Entwarnung: In einem Brief an die Eltern schreibt sie, dass in den vergangenen Wochen keine weiteren Hinweise bei der Polizei eingegangen seien. «Es konnte zudem keine verdächtige Person ermittelt werden.» Aus diesem Grund werde die Vorsichtsmeldung vom 17. Februar wieder aufgehoben. Die Schulleitung hatte damals den Eltern geraten, ihre Kinder nur noch in Gruppen auf den Schulweg zu schicken.

Vorfall war kein grosses Thema

An der Schule habe seit dem Vorfall keine erhöhte Nervosität geherrscht, sagt Schulleiter Marius Ettlinger. Einige Eltern hätten ihre Kinder öfter als sonst zur Schule begleitet, ansonsten sei der Betrieb aber wie gewohnt weitergegangen. Auch bei den Schülerinnen und Schülern sei der Vorfall kein grosses Thema gewesen.

Die Kinder seien «sehr gut sensibilisiert» und verhielten sich in solchen Situationen sehr geschickt, sagt Ettlinger. «Sobald ihnen etwas Verdächtiges auffällt, informieren sie ihre Lehrer oder die Eltern.» Zudem habe das Medienecho auf das Ereignis vom Februar zu einem intensiven Austausch der Eltern untereinander und zu Gesprächen in den Familien geführt, was zu einer erhöhten Sensibilisierung und Wachsamkeit der Kinder beigetragen habe.

Schulweg alleine zurücklegen

Die Verantwortung für den Schulweg liegt bei den Eltern. Aus pädagogischer Sicht sei es wertvoll, wenn Kinder den Schulweg allein und nicht in Begleitung von Erwachsenen zurücklegten, sagt Ettlinger. So lernten sie, sich selbständig zu bewegen und allfällige Gefahren – auf dem Weg zur Schule sei das vor allem der Verkehr – richtig einzuschätzen. Präventiv «Schul- weg-Gruppen» zu bilden, sei nicht nötig. Bei Kindern, die in der Nähe wohnten, ergebe sich das in der Regel automatisch.

Der Schulleiter betont auch, dass es wichtig sei, bei Ereignissen wie jenem vom Februar nicht überzureagieren. Man müsse zwar immer wachsam sein, dürfe aber keine unnötige Verunsicherung schaffen. «Wir nehmen alle Hinweise ernst und gehen ihnen nach. Dabei sprechen wir uns auch mit der Polizei ab», sagt Ettlinger. Oft handle es sich jedoch um harmlose Vorkommnisse, die von Schülern falsch eingeschätzt würden – etwa wenn ein Autofahrer am Fussgängerstreifen anhalte und etwas länger stehen bleibe.

Ein Spagat für die Polizei

Auch aus Sicht der Stadtpolizei sei es wichtig, in solchen Fällen einen Mittelweg zu finden zwischen dem präventiven Aufruf zu mehr Vorsicht und dem Schüren unnötiger Ängste, sagt Mediensprecher Roman Kohler. «Grundsätzlich ist die Stadt St.Gallen sicher – und das soll auch so bleiben.» Damit dem so ist, geht die Stadtpolizei entsprechenden Meldungen immer nach und ist auch dankbar um Hinweise aus der Bevölkerung.

Sobald ein konkreter Verdacht besteht, dass ein Unbekannter Kindern auf dem Schulweg auflauert, wird die Stadtpolizei in Absprache mit den Behörden aktiv und verstärkt ihre Präsenz. Im konkreten Fall sei eine Person kontrolliert worden, es habe sich jedoch nicht um den gesuchten Mann gehandelt, sagt Kohler.

Informieren und beruhigen

SVP-Parlamentarierin Karin Winter ist Lehrerin, Präsidentin der Bildungskommission des Stadtparlaments, Mutter und wohnt selber in Rotmonten. Ein solches Ereignis werde in der Kommission ebenfalls diskutiert, sagt Winter. Wichtig sei, dass bei solchen Ereignissen die Schulleitung die Polizei kontaktiere und mit ihr Massnahmen beschliesse sowie die Eltern informiere. «Zentral dabei ist, dass sowohl Eltern als auch Schüler beruhigt werden und wissen, wie sie sich verhalten sollen, bis der Fall geklärt ist.» Das Ziel sei, dass die Schülerinnen und Schüler ihren Schulweg auch weiterhin allein bewältigen könnten.

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