ST.GALLEN: Rassismus-Vorwürfe ans "Trischli"

Ein 20-Jähriger wirft dem St.Galler Club Trischli vor, ihn wegen seiner serbischen Wurzeln nicht eingelassen zu haben. "Faule Ausreden", sagt der Mann zu den Erklärungen des Clubs.

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Im St.Galler "Trischli" kommt nicht jeder rein - das sorgt immer wieder für öffentliche Kritik. (Bild: Archiv/Michel Canonica (Symbolbild))

Im St.Galler "Trischli" kommt nicht jeder rein - das sorgt immer wieder für öffentliche Kritik. (Bild: Archiv/Michel Canonica (Symbolbild))

ST.GALLEN. "Ich kam nicht in den Club, weil ich Serbe bin": Das sagt ein 20-Jähriger gegenüber der Pendlerzeitung "20 Minuten". Der Mann besitzt zwar seit zehn Jahren den Schweizer Pass, hat aber serbische Wurzeln. Beim St.Galler Club Trischli habe er kürzlich die Lehrabschlussprüfung feiern wollen. Doch er und seine Begleiter seien vom Türsteher abgewiesen worden. Dieser habe ihnen beschieden, sie seien keine Stammgäste und dürften deshalb nicht rein, berichtet der junge Mann.

"Faule Ausreden"
Der 20-Jährige beschwerte sich in der Folge via Facebook beim Club. Das "Trischli" argumentierte daraufhin, an jenem Abend habe eine Veranstaltung ausschliesslich für HSG-Studenten stattgefunden, und das Mindestalter für Männer habe 21 Jahre betragen. Für den jungen Mann sind das allerdings nur "faule Ausreden", wie er gegenüber "20 Minuten" sagt: Der Türsteher habe seinen Ausweis nicht einmal sehen wollen. Und von Kollegen wisse er, dass sie am selben Abend im "Trischli" gewesen seien, obwohl auch sie keine HSG-Studenten seien. Er fügt zudem an, auch beim BBC Gossau scheiterten er und seine Begleiter meistens schon beim Eingang.

"Bunt gemischtes Partyvolk"
Bei den St.Galler Nachtclubs will man nichts davon wissen, bei der Einlasskontrolle Menschen mit ausländischen Wurzeln zu diskriminieren. Das "Trischli" weist gegenüber "20 Minuten" darauf hin, dass die Türchefin Serbin sei, der Chefsecurity Italiener und der Clubchef Grieche. Von Seiten des BBC verlautet, unter den Angestellten träfen rund zehn Nationalitäten aufeinander, und das BBC-Partyvolk sei bunt gemischt.

Bereits vor einigen Wochen waren Rassismusvorwürfe gegen das Gossauer BBC und auch das "Trischli" laut geworden. Ein 23-jähriger Bosnier argumentierte im St.Galler Tagblatt, ihm werde der Zutritt zu den beiden Lokalen regelmässig verweigert, weil er ursprünglich aus Bosnien komme. Das BBC hatte diese Vorwürfe damals zurückgewiesen und festgehalten, man sei keinesfalls ausländerfeindlich. (red.)