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ST.GALLEN: Radball, Sport mit langer Tradition

Radball gehört zu den Randsportarten, die sich den modernen Trends erfolgreich widersetzen. In St. Gallen gelingt dies dem lokalen Club auch dank des Olma-Radballturniers, das diesen Herbst zum 70. Mal stattfinden wird.
Fredi Kurth
Radballtraining in der Sporthalle St. Georgen. (Bilder: Daniel Dorrer)

Radballtraining in der Sporthalle St. Georgen. (Bilder: Daniel Dorrer)

Es geht um die Existenz, nicht um die Wahrnehmung. Letztere ist schon lange auf ein Minimum gesunken: Radball wurde am Schweizer Fernsehen zuletzt 2013 anlässlich der Hallenradsport-WM in Basel gezeigt. Doch die Chancen, dass Radball noch lange auch ohne grosse mediale Aufmerksamkeit gespielt wird, sind zumindest in St. Gallen intakt.

Wer spielt, hilft auch

Ungefähr 40 bis 45 Personen beschäftigen sich beim Radballclub St. Gallen jede Woche mit ihrem Lieblingssport, wobei das sportliche und administrative Engagement oft ineinander hineinfliesst. Wer spielt, hilft häufig auch im Organisationskomitee einer Veranstaltung mit oder trainiert Junioren. Präsident Markus Frick, einst Erstliga- und NLB-Spieler, schwingt sich zum Plausch immer noch aufs Radball-Velo und ist beim Olma-Turnier sowohl Präsident als auch Chef der Festwirtschaft.

Das Training in der Radballhalle Adler in St. Georgen findet jeweils am Montag, Dienstag und Freitag statt. «Wir könnten den Radball-Keller täglich benützen», sagt Frick. Aber Profis wollen sie ja nicht sein. Ohnehin hat der Club seinen sportlichen Höhenflug hinter sich, zumindest vorübergehend. Die erste Mannschaft mit Martin Kümin und Matias Klarer hat in der Nationalliga B die Finalrunde ebenso verpasst wie das Erstliga- Team mit Hansjürg Schnetzer und Falk Bormann. «Mit einem Junioren-Gespann, bestehend aus Charlie Hollenstein und Rico Hüberli, im Nationalkader und mehreren Nachwuchsspielern ist der Verein aber gut aufgestellt», sagt Frick.

Höhepunkt Olma-Turnier

Zupass kommt den Radballern, dass es sich um die kleinstmögliche Mannschaftssportart handelt. Zwei Spieler genügen für ein Team. Die Meisterschaft wird jeweils in einer Turnierserie bei den einzelnen Vereinen ausgetragen. Die St. Galler verzichten in der Nationalliga B auf diesen Heimvorteil, weil in der Radballhalle nur bis erste Liga gespielt werden kann und mit dem Einsturz der Sporthalle im Tal der Demut ein permanenter Austragungsort ausfiel.

Der grosse Anlass für den Verein ist dafür jedes Jahr das Olma-Turnier im Athletik-Zentrum. Es findet kommenden Herbst bereits zum 70. Mal statt, nur viermal weniger als die Messe selber. «Wir sind das älteste noch existierende Turnier der Welt», sagt Markus Frick dazu. Zumindest in der Disziplin Radball dürfte das zutreffen.

Es handelt sich um eine Veranstaltung des Internationalen Radsport-Verbandes UCI, und sie zählt zur World-Cup-Serie. Die besten drei Teams eines Landes sind jeweils zugelassen. St. Gallen hätte als Organisator eine «Wild Card» zugute, gab diese aber an Mosnang weiter. Altdorf ist derzeit führend in der Schweiz, verzichtet aber diesmal auf eine Teilnahme in St. Gallen.

Die Erfolge der Osterwalders

Radball wird in St. Gallen seit 109 Jahren gespielt. Der VC St. Gallen-St. Georgen begründete die Tradition. Die erfolgreichsten Phasen sind mit dem Namen Osterwalder verknüpft. Walter Osterwalder wurde mit wechselnden Partnern von 1931 bis 1936 nicht weniger als 19 Mal Schweizer Meister, aber auch Welt- und Europameister. Sein Sohn Jörg erlangte von 1972 bis 1990 neunmal den nationalen Titel, sechsmal mit dem RV Mosnang und Paul Oberhänsli als Partner, dreimal mit dem VC St. Gallen und den Partnern Georg Meile und Vladimir Jurica. Dazu gab es einige Male WM-Silber hinter den Tschechen Jan und Jindrich Pospisil.

Braucht viel Übung

Wer den Radball-Legenden nacheifern oder diese Sportart kennenlernen will, ist beim RC St. Gallen, dem Zusammenschluss von VC St. Georgen und ATB St. Gallen-West im Jahr 2005, jederzeit willkommen. «Mit dem Vorderrad eines Velos den 500 Gramm schweren Segeltuch-Ball zu kicken, benötigt zwar ein wenig Übung», sagt Markus Frick. «Wer mit zwei, drei Kollegen erscheint, hat es aber etwas leichter als ein einzelner Anfänger.»

Markus Frick Präsident Radballclub St. Gallen

Markus Frick Präsident Radballclub St. Gallen

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