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ST.GALLEN: Postautos blockieren VBSG-Busse im St.Galler Stadtzentrum

An der Haltestelle Poststrasse kommt es regelmässig zum Busstau. Obwohl sie hier gar keine Fahrgäste aufnehmen, müssen Postautos und Regiobusse im Haltestellenbereich aufs Grünlicht warten. Der Grund: Sie können sonst auf dem Oberen Graben nicht richtig für die Fahrt zum Marktplatz einspuren.
David Gadze
Die Haltestelle Poststrasse ist seit Inbetreibnahme des neuen Bahnhofplatzes ein Engpass für Postautos, Regio- und Stadtbusse. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Haltestelle Poststrasse ist seit Inbetreibnahme des neuen Bahnhofplatzes ein Engpass für Postautos, Regio- und Stadtbusse. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Poststrasse sieht aus wie eine Flasche. Seit der Umgestaltung von 2011 beginnt beim Bahnhofplatz der lange, schmale Hals, ehe sich die Strasse zum Oberen Graben hin auf eine Auto- und zwei Busspuren – die linke für durchfahrenden Busse, die rechte für die Haltestelle – verbreitert. Doch seit der Inbetriebnahme des neugestalteten Bahnhofplatzes im Oktober liegt für die VBSG-Busse der Flaschenhals ausgerechnet im Bereich der Haltestelle Poststrasse. Dort kommt es immer wieder zu Engpässen.

Ursache dafür sind die Postautos in Richtung Marktplatz. Sie verkehren seit Oktober nicht mehr über die St.-Leonhard-Strasse, sondern ebenfalls über die Poststrasse, wo sie jedoch keine Passagiere aufnehmen. Dasselbe gilt für die Busse der Regiobus-Linie 151, die im Dezember bis zum Spisertor verlängert wurde. Zu Spitzenzeiten sind rund 70 Busse pro Stunde durch die Poststrasse unterwegs. Am Knoten Poststrasse/Oberer Graben benützen die Postautos jedoch nicht die freie linke Busspur, sondern warten am Rotlicht zeitweise zu zweit oder zu dritt in der rechten Spur, sprich an der Haltestelle – und blockieren diese somit für die nachfolgenden VBSG-Busse.

Der Grund dafür: Postautos und Regiobusse können aus der linken Busspur bis zum Union-Gebäude, wo sie nach rechts zum Marktplatz hin abbiegen, nicht richtig einspuren, wenn gleichzeitig rechts von ihnen ein VBSG-Bus fährt.

Problem wurde schon 2011 erkannt

Schon bei der Umgestaltung der Poststrasse 2011 war klar, dass dereinst die Postautos nicht mehr über die St.-Leonhard-Strasse und den Oberen Graben zum Marktplatz fahren würdenn, sondern durch die Poststrasse. War das Problem also abzusehen? «Ja, das konnte abgeschätzt werden», sagt Stadtingenieur Beat Rietmann heute. Das Projekt Poststrasse sei aufgrund verschiedener gestalterischer und städtebaulicher Anliegen entstanden. So sei beispielsweise zu Gunsten verbreiterter Gehwege und Baumreihen auf eine zweite Busspur im Bereich Schützengasse bis Waisenhausstrasse verzichtet worden.

Doch könnte das Lichtsignal für die linke Busspur nicht ein paar Sekunden früher auf Grün schalten, damit sich die Postautos und Regiobusse bis zum Union-Gebäude vor den rechts fahrenden VBSG-Bussen einreihen könnten? «Das wäre denkbar, aber aus Sicht der Verkehrssteuerung nicht sinnvoll», sagt Rietmann. Im Bereich des Union-Gebäudes soll es «möglichst keine Bus-Verflechtungen» geben. Daher habe man entschieden, auf der linken Spur lediglich die Busse verkehren zu lassen, die nicht zum Marktplatz fahren, also die VBSG-Linien 5 nach Rotmonten und 6 in den Schoren. Alle anderen Busse fahren auf der rechten Spur, auch wenn sie an der Haltestelle Poststrasse nicht anhalten. Rietmann: «Dies steigert den Verkehrsfluss und die Sicherheit.»

An der Bahnhofstrasse ist es zu eng

Die vom Bahnhofplatz ostwärts fahrenden Postautos über die Kornhausstrasse, die St.-Leonhard-Strasse und den Oberen Graben zu führen, sei keine Option, sagt Rietmann. «Zum einen würden sie die VBSG-Busse an der Haltestelle Kornhausstrasse stören. Zum anderen würde dies für die Postautos einen Umweg darstellen.»

Die Bahnhofstrasse wiederum sei zu eng, damit zwei Busse kreuzen könnten. «Entsprechende Lösungen wurden schon untersucht. Für eine solche Variante müssten aber die Parkplätze an der Bahnhofstrasse aufgehoben werden», sagt Beat Rietmann. Ob diese Variante wieder geprüft werde, falls die Parkplätze eines Tages verschwinden, sei derzeit offen.

Allenfalls werde sich die Situation am Flaschenhals Ende Jahr wieder entschärfen, wenn der Fahrplan wechsle, sagt VBSG-Unternehmensleiter Ralf Eigenmann. Die derzeitige Situation sei trotz des zeitweisen Busgedränges unter dem Strich akzeptabel. «Das Ziel muss aber sein, an der Haltestelle Poststrasse mit dem Fahrplanwechsel etwas Entlastung zu schaffen.»

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