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ST.GALLEN: Panettone ohne Ende

So beliebt wie diese Weihnachten waren Pietro Cappellis Panettoni noch nie. Der Ansturm war so gross, dass er mit Backen nicht nachkam. Kunden harrten des Nachschubs.
Nina Rudnicki
Pietro Cappelli mit Zitrusfrüchten – eine wichtige Zutat für sein Panettone. (Bild: Nina Rudnicki)

Pietro Cappelli mit Zitrusfrüchten – eine wichtige Zutat für sein Panettone. (Bild: Nina Rudnicki)

Nina Rudnicki

stadtredaktion@tagblatt.ch

Pietro Cappelli wischt auf seinem Smartphone hin und her. «Hier auf dem Foto sieht man wie die Kunden in meinem Geschäft Schlange stehen. Und hier erkennt man, dass alle Regale leergekauft sind», sagt er. Auf einem dritten Bild sind Kunden mit Prosecco-Gläsern zu erkennen. Bäcker Cappelli hatte die Gläser unter ihnen verteilt, um sie über die Wartezeit auf die nächste Panettone-Ladung hinwegzutrösten. Denn kaum waren die Hefegebäcke aus dem Ofen geholt und abgekühlt, waren sie auch schon wieder ausverkauft. «So einen Ansturm wie vor diesen Weihnachten habe ich noch nie erlebt», sagt er. Auslöser sei der Tagblatt-Artikel gewesen, der kurz vor Weihnachten erschienen war und in dem berichtet wurde, wie er zur Panettone-Hauptsaison täglich bis zu 2000 Stück seines preisgekrönten Hefegebäcks backt. «Danach herrschte hier Chaos pur. Die Autofahrer parkierten kreuz und quer vor meiner Bäckerei», sagt der 56-Jährige. «Einige Kunden kamen sechsmal vorbei, bis sie endlich einen Panettone ergattert hatten. Wir kamen nicht einmal mehr dazu, das Telefon abzunehmen.» Wie viele Panettone er insgesamt verkauft hat, weiss Cappelli nicht. Irgendwann hat er aufgehört zu zählen und stattdessen seine Freunde und Familienmitglieder mobilisiert, damit sie ihm im Laden, beim Verpacken und beim Backen helfen.

Nach dem Ansturm in die Ferien

«Die ganze Situation hat mich etwas an die 1980er-Jahre und das Swatch-Syndrom erinnert, als die Menschen vor den Uhrengeschäften Schlange gestanden waren, um die neusten Modelle der Plastikuhren zu kaufen.» Nach Weihnachten schloss Cappelli seinen Laden an der Linsebühlstrasse 80 erst einmal, um seine Mutter auf der sizilianischen Insel Lipari zu besuchen. «Die Ferien habe ich gebraucht. Dadurch habe ich zwar wichtige ­Verkaufstage verpasst, aber die traditionellen Ferien zwischen Weihnachten und Neujahr mit meiner Familie in Italien sind mir wichtiger», sagt er.

Ausserdem sei er jetzt, kaum zurück in der Stadt St. Gallen, bereits wieder am Panettone backen, etwa solche mit frischen Zitrusfrüchten aus Italien. 50 bis 100 Kilogramm Hefegebäck sind es im Durchschnitt pro Tag, die er produziert.

Zudem wird bei Cappellis gebaut

Nebst den Backarbeiten stehen derzeit auch die Renovierungsarbeiten in Cappellis neuer Backstube mit Verkaufslokal an der Hügelstrasse an. Der neue Standort befindet sich nur ungefähr 100 Meter von seinem Geschäft entfernt. Die Backöfen, Kühlschränke und Regale sind bereits eingebaut, so dass Cappelli während der Weihnachtstage alle Panettone dort backen konnte. Bis Frühjahr ist der neue Standort nun aber wieder geschlossen. «Wir müssen die Wände streichen, neue Fenster und Türen einbauen sowie den Boden schleifen. Im Frühling eröffnen ich dann zunächst die Backstube, später das Verkaufslokal.»

Pietro Cappelli will die neue und die alte Backstube parallel betreiben. Denn Altbewährtes ist dem Panettone-Meister sehr wichtig. «Das ist wie bei meinen Panettone, die haben sich erst über die Jahre zu einer Marke entwickelt», sagt er. «Nur daher ist es den Kunden wert, in meinem Laden auf einen Panettone in einer Schlange zu warten. Das ist mittlerweile ein richtiger Weihnachtsevent.»

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