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ST.GALLEN: Neues Verkehrspaket für die Stadt

Das 380 Millionen Franken schwere 3. Agglomerationsprogramm 2019-2022 ist auf der Zielgeraden. Es löst auch in St.Gallen hohe Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur aus. Die Stadt hinkt jedoch bereits mit der Umsetzung älterer Massnahmen hinterher.
David Gadze
Insgesamt 17 Millionen fliessen aus dem Aggloprogramm in weitere Eigentrassierungen für die Busse. (Bild: Urs Jaudas (24. Dezember 2008))

Insgesamt 17 Millionen fliessen aus dem Aggloprogramm in weitere Eigentrassierungen für die Busse. (Bild: Urs Jaudas (24. Dezember 2008))

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

In der Stadt St.Gallen soll in den kommenden Jahren viel Geld in den öV und den Langsamverkehr fliessen – auch viel Bundesgeld. Das 3. Agglomerationsprogramm St.Gallen–Bodensee sieht Investitionen von rund 380 Millionen Franken für die Verkehrsinfrastruktur in der ganzen Region vor. Der Bund will sich mit insgesamt 110 Millionen daran beteiligen. Das gab er Mitte Januar bekannt. Den Rest zahlen Kantone und Gemeinden. Zwar ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die Vernehmlassung läuft bis Ende April, der definitive Entscheid fällt im Herbst. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass es für die Stadt St.Gallen noch zu Änderungen kommen wird. Denn während der Bund etwa die Neugestaltung des Bahnhofplatzes in Herisau aus der A-Prioritätenliste gekippt hat, sind sämtliche Massnahmen in St.Gallen berücksichtigt worden.

Stromleitungen für neue Buslinie

Eine der zentralen Massnahmen ist die Elektrifizierung der neuen VBSG-Strecke von Abtwil nach Wittenbach, die mit dem Fahrplanwechsel im Dezember in Betrieb genommen wird. Im Agglomerationsprogramm sind dafür zehn Millionen Franken eingestellt. 17 Millionen sind für öV-Eigentrassierungen vorgesehen, weitere 18 Millionen für diverse «Schlüsselprojekte» für den Fuss- und Veloverkehr. Darunter sind die Aufwertung der Unterführung östlich des Hauptbahnhofs zwischen der Bahnhofstrasse und der Rosenbergstrasse, eine Velopasserelle über das Gleisfeld beim Bahnhof Bruggen oder eine Passerelle über die Steinachstrasse zwischen Kantonsspital und Athletik-Zentrum. Ausserdem sind Sanierungen von chronischen Unfallstellen und Strassenübergängen geplant.

Viele Massnahmen sind jedoch an andere Entscheide gekoppelt und können nicht losgelöst von diesen realisiert werden. Beispielsweise die Umgestaltung des Verkehrsknotens am Platztor (neun Millionen) sowie eine neue Fussverbindung zur Universität. Am Platztor will die HSG bis 2027 einen neuen Campus für Lehre und Forschung errichten. Die Volksabstimmung ist für Mai 2019 vorgesehen. Ein anderes Beispiel ist die neue Veloachse auf der Nordseite des Güterbahnhofareals. Sie wird nur realisiert, wenn die Appenzeller Bahnen die Zugstrecke begradigen und nördlich des Güterbahnhofgebäudes führen. Die Bewilligung des Bundes steht immer noch aus.

An viele der Projekte aus der A-Priorität sind weitere Vorhaben geknüpft. Zahlreiche Massnahmen befinden sich in der B-Priorität und stehen damit quasi in der Warteschlange. Sie sollen gemäss Tobias Winiger von der Region Appenzell Ausserrhoden–St.Gallen–Bodensee beim 4. Agglomerationsprogramm (ab 2023) in die A-Priorität aufsteigen. «Hätte der Bund deren Nutzen nicht anerkannt, wären sie bereits jetzt rausgeflogen.» Ein Beispiel ist etwa die Umgestaltung der St.-Jakob-Strasse und der Langgasse bis ins Heiligkreuz als Folge der Platztor-Neukonzipierung.

Stadt will den Rückstand aufholen

Für die ganze Region sei es ein starkes Zeichen, dass sich der Bund mit so viel Geld beteilige, sagt Stadträtin Maria Pappa. Die Stadt gleise bereits die Umsetzung einzelner Massnahmen auf. Dabei ist sie bei der Realisierung der Projekte aus dem 2. Agglomerationsprogramm (2015 bis 2018) in Verzug. Dank einer zusätzlichen Stelle in der Baudirektion sei man nun daran, diesen Rückstand aufzuholen. Ewig Zeit haben die Verantwortlichen aber nicht: Das 2. Agglomerationsprogramm wird – wie bereits das erste – aus dem Infrastrukturfonds des Bundes finanziert, der 2027 ausläuft. Deshalb muss bei sämtlichen Massnahmen spätestens bis dann der Baubeginn erfolgen, ansonsten verfällt das Bundesgeld. Das 3. Agglomerationsprogramm (und alle folgenden) wird hingegen aus dem Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) finanziert, zu dem das Stimmvolk vor einem Jahr Ja gesagt hat. Die Realisierung dieser Projekte muss spätestens bis 2025 in Angriff genommen werden.

Die Stadt drohe trotz des bestehenden Rückstands nicht noch weiter ins Hintertreffen zu geraten, sagt Baudirektorin Maria Pappa. «Wir haben im 3. Agglomerationsprogramm nur solche Projekte eingereicht, die – abgesehen von allen politischen Unwägbarkeiten – zeitlich realisierbar wären. Aber es kommt viel Arbeit auf uns zu.»

www.regio-stgallen.ch/ agglomerationsprogramm

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