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ST.GALLEN: Mehr Papi-Zeit für städtische Angestellte

Wer bei der Stadt St.Gallen arbeitet und Vater wird, soll künftig Anspruch auf 20 Tage bezahlten Vaterschaftsurlaub haben. Das fordern fünf Stadtparlamentarier in einer Motion. Die Verwaltung soll für Private so eine Vorbildfunktion übernehmen.
Luca Ghiselli
Mehr Zeit für den Nachwuchs: Das verlangt eine Motion für Angestellte der Stadtverwaltung. (Bild: Aleksandar Nakic/Getty)

Mehr Zeit für den Nachwuchs: Das verlangt eine Motion für Angestellte der Stadtverwaltung. (Bild: Aleksandar Nakic/Getty)

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

Der Vaterschaftsurlaub ist in aller Munde. Seit der Bundesrat im vergangenen Oktober beschlossen hat, das Volksbegehren für 20 Tage bezahlten Urlaub für Väter abzulehnen, läuft die Debatte auf Hochtouren – auch in St. Gallen. Städtische Angestellte haben bisher bis und mit ihrem dritten Dienstjahr Anspruch auf fünf bezahlte Urlaubstage. Ab dem vierten Dienstjahr sind es zehn Tage. Geht es nach Peter Olibet (SP), Michael Hugentobler (CVP), Andreas Hobi (Grüne), Manuela Ronzani (SVP) und Christoph Wettach (GLP), soll sich das bald ändern. Die fünf Stadtparlamentarier haben kürzlich eine Motion zur Änderung des Personalreglements eingereicht. Sie fordert, dass alle städtischen Angestellten, die Vater werden, Anrecht auf 20 Tage bezahlten Urlaub haben – und zwar unabhängig von ihrem Dienstalter. Ausserdem sollen die Urlaubstage künftig flexibel bezogen werden können. Statt zehn Tage innert eines Monats sollen es neu 20 innert eines Jahres nach der Geburt des Kindes sein.

Eine Vorreiterrolle nähme die Stadt mit dieser Regelung indes nicht unbedingt ein. In zahlreichen anderen Städten sind vier Wochen bezahlter Vaterschaftsurlaub bereits seit einiger Zeit gängige Praxis (siehe Zweittext). Trotzdem sehen die Motionäre in der An­passung eine Chance für die Stadt, sich als attraktive Arbeitgeberin zu positionieren.

Die Stadt als attraktive Arbeitgeberin

"Ich sehe darin vor allem ökonomische Vorteile", sagt Manuela Ronzani. Der Standort St. Gallen werde so gestärkt, die Stadt würde sich zu einer noch attraktiveren Arbeitgeberin entwickeln. Zwar sei sie dagegen, der Privatwirtschaft diesbezüglich Vorschriften zu machen, sagt Ronzani. "Hier geht es aber in einem ersten Schritt nur um städtische Angestellte. Und wir hoffen, dass Private dann auch nachziehen." Auch die Tatsache, dass der Vaterschaftsurlaub derzeit wegen der nationalen Volksinitiative diskutiert werde, verdeutliche, dass die Zeit reif für diesen Schritt sei.

In dieselbe Kerbe schlägt Christoph Wettach. Der GLP-Stadtparlamentarier ist überzeugt, dass die Anpassung dazu führen würde, dass die Stadt als Arbeitgeberin eine Vorbildfunktion einnehmen würde. "Auch in der Privatwirtschaft laufen derzeit immer mehr Bestrebungen in diese Richtung." Da der Vaterschaftsurlaub zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie beitrage, soll die Stadt eine Vorreiterrolle einnehmen. Dabei ist es laut Wettach wichtig, den Einsatz der Urlaubstage flexibler zu gestalten. So könne jede Familie in Zukunft selbst entscheiden, ob sie alle Tage am Stück oder über einen längeren Zeitraum verteilt beziehen will. Die sogenannte Elternzeit, die sich die beiden Elternteile frei untereinander aufteilen können, würde Wettach zwar bevorzugen. "Dafür gibt es aber noch keine gesetzliche Grundlage. Deshalb sind die Verlängerung und der flexible Bezug des Vaterschaftsurlaubs ein erster, wichtiger Schritt in die richtige
Richtung."

Keine Pioniertat, aber wichtiger Schritt

Auch für Michael Hugentobler ist der Ausbau des bezahlten Vaterschaftsurlaubs für Angestellte der städtischen Verwaltung ein unterstützenswertes Anliegen. "Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein Kernanliegen der CVP." Zwar handle es sich bei der Anpassung des Vaterschaftsurlaubs nicht etwa um eine Pioniertat. "Die nationale Debatte zeigt aber, dass wir diesen Schritt nun gehen sollten."

Die FDP ist als einzige Fraktion im Stadtparlament nicht unter den Motionären vertreten. Fraktionspräsident Felix Keller sagt auf Anfrage: "Wir sind der Auffassung, dass die gesetzlichen Bestimmungen in der heutigen Form ausreichen." Die Fraktion sehe deshalb keinen Handlungsbedarf.

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