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ST.GALLEN: Mehr als heisse Luft

Ein Abwärmenetz zwischen St. Gallen und Gossau wird konkret. Es würde 15 Millionen Franken kosten. Bezahlen sollen es grösstenteils die beiden Städte sowie die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG.
David Gadze
In diesem Areal im Industriegebiet zwischen St. Gallen und Gossau ist das Abwärmenetz geplant. (Bild: Hanspeter Schiess und Benjamin Manser)

In diesem Areal im Industriegebiet zwischen St. Gallen und Gossau ist das Abwärmenetz geplant. (Bild: Hanspeter Schiess und Benjamin Manser)

Die Energieversorgung im Industriegebiet zwischen St. Gallen und Gossau soll in den kommenden Jahren grundlegend erneuert werden – zumindest im Areal zwischen der Suttero AG und dem Westcenter. Dort ist ein sogenanntes Anergienetz geplant, in dem die Abwärme der Suttero AG und der DGS Druckguss Systeme AG zum Heizen oder Kühlen anderer Betriebe genutzt werden soll (Tagblatt vom Montag). Es ist ein Projekt aus dem Energienetz GSG (Gossau – St. Gallen – Gaiserwald), das im November 2011 unter anderem mit dem Ziel gegründet wurde, die Energieeffizienz der Betriebe in diesem Perimeter zu steigern und deren CO2-Ausstoss zu verringern.

Kosten auf mehrere Schultern verteilen

Für den Aufbau des Abwärmenetzes, das in sechs Etappen von 2018 bis 2022 realisiert werden soll, rechnen die Verantwortlichen mit Investitionskosten von knapp 15 Millionen Franken. Gemäss Marco Huwiler, Leiter Innovation bei den St. Galler Stadtwerken, ist geplant, für die Finanzierung eine Gesellschaft – wohl eine AG – zu gründen. An dieser würden sich die Stadt St. Gallen, die Stadt Gossau und die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) jeweils zu etwa einem Drittel sowie die Gemeinde Gaiserwald mit einem symbolischen Beitrag im tiefen Prozentbereich beteiligen.

Wie hoch die Kosten für die drei grossen Projektinitianten letztlich ausfallen würden, ist noch nicht klar. Die Summe, die sie in die Gesellschaft einbringen müssten, könnte dank Fördergeldern des Kantons St. Gallen und des Bundesamtes für Energie sinken. Auch der Verteilschlüssel ist noch nicht abschliessend definiert. Huwiler rechnet aber damit, dass die Städte St. Gallen und Gossau sowie die SAK jeweils zwischen 2,5 und 3 Millionen Franken beisteuern müssten. Der Beitrag der Stadt St. Gallen würde über die Konten der Stadtwerke abgerechnet. Die entsprechenden Kreditvorlagen sollen ungefähr Mitte 2017 den Parlamenten von St. Gallen und Gossau vorgelegt werden. Für den Fall, dass sich eine der beiden Städte nicht an den Investitionen beteiligen will, gebe es verschiedene alternative Szenarien, sagt Huwiler. Eines sei, die Etappierung anzupassen oder nur einen Teil des Projekts zu realisieren. Ein anderes, die Investitionssumme der anderen Projektinitianten anzupassen. Für die Finanzierung der Etappen vier bis sechs, in denen der Ausbau des Abwärmenetzes im östlichen Teil des Areals geplant ist, könnten laut Huwiler weitere Investoren ins Spiel kommen, etwa Pensionskassen oder Banken mit Fonds für Infrastrukturprojekte.

Teurer als fossile Energien

Eine weitere Herausforderung ist, die potenziellen Abnehmer der Abwärme davon zu überzeugen, ihre Energieversorgung umzustellen. Denn die aus dem Abwärmenetz bezogene Energie wäre bei den derzeitigen Preisen für Öl und Gas teurer. Gemäss den aktuellen Berechnungen müssten die Betriebe zwischen 18 und 20 Rappen pro Kilowattstunde bezahlen. Das Ziel sei, dank Fördergeldern den Preis auf rund 15 Rappen zu senken, sagt Huwiler. Verschiedene Firmen hätten bereits ein grundsätzliches Interesse signalisiert. Einige seien auch bereit, etwas mehr für die saubere und lokal produzierte Energie zu bezahlen, wenn dadurch die Investitionen in die Anlagen und deren Unterhalt vom Energienetz GSG übernommen würden.

Das Ziel sei, bis zu den Beratungen in den Parlamenten im nächsten Jahr zumindest die Absichtserklärungen einiger möglicher Abnehmer zu haben, sagt Marco Huwiler. Verzögert sich das Projekt wegen der politischen Entscheide, könnten die Kosten weiter steigen. Denn bei einigen Betrieben, etwa dem Tagblatt-Druckzentrum, müssen die Energieanlagen in den kommenden Jahren ersetzt werden. «Das ist Chance und Risiko zugleich. Sind wir zu spät, steht das ganze Projekt auf dem Spiel.»

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